Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1025336
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bis dahin, dass man den umgekehrten Uebergang machte, 
die Engel in der Gestalt von Genien zu bilden. 
Ja es lassen sich an der Geschichte dieser einzelnen 
Vorstellung die allgemeinen Epochen der neuern Kunst 
deutlich unterscheiden, da dieselben bedingt sind durch 
das Studium und den Einfluss der Antike, dessen ver- 
schiedene Stufen in der Folge von Darstellungen jenes 
Gegenstandes sichtbar werden. Schon die Namen derer, 
welche bei dieser Darstellung vorzugsweise betheiligt sind, 
deuten den Entwickelungsgang an: Cimabue, Donatello, 
Mantegna, Raphael. 
1. Es bezeichnet erstens einen entscheidenden Mo- 
ment in der Entwickelungsgesehichte der christlichen 
Kunst, als man in der zweiten Hälfte des dreizehnten 
Jahrhunderts auf die Darstellung von Genien zurückkam. 
Cimabue ist es, bei dem wir die antike Vorstellung 
zuerst wiederfinden,  und zwar der christlichen gegen- 
übergestellt, in seinen Malereien in der Ober-Kirche 
S. Franceseo zu Assisi 1). Von den fünf Haupträumen 
der gewölbten Decke des Langschilfs enthält der erste 
über dem Chor in seinen vier Dreiecken die Bilder der 
vier Evangelisten,  die vier Dreiecke des dritten Raums 
enthalten die Bilder Christi, der Maria, Johannes des 
Taufers und des Franciscus. Eine interessante Parallele 
nun gewähren die Verzierungen in den untern Winkeln 
dieser Dreiecksfelder. In den erstgenannten Dreiecken: 
ein Engel, der eine Vase auf seiner Schulter trägt: aus 
ihr wachsen zu jeder Seite drei Blätter hervor, welche 
alsdann andere Stängel und Banken und Blätter aus ein- 
ander hervortreiben; zwischen den Blättern findet sich 
L 
Beschrieben von Fr. K(öhler) Anfänge der italien. Kunst, 
Cimabue, Tüb. Kunsthl. 1827. N0. 34. S. 135. vergl. N0. 
S. 159.  
        

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