Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1025297
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Andrerseits sind die Genicn der Palästra vorgestellt 
auf einer nur bruchstücklich erhaltenen Sarkophagplatte 
aus dem Cömeterium der Agnes 1), welche in der Mitte 
die Brustbilder zweier Gatten enthält und sich als christ- 
lich erweisete durch die Vorstellung von dem Gespräch 
Christi mit der Samariterin. Unterhalb dieser Brustbilder 
nehmlich sieht man einen Hahnenkampf unter den Auspicien 
zweier Genien: ein Genius hält einen Hahn am Fuss, 
dem ein anderer Hahn auf den Kopf tritt, während ein 
hinter diesem stehender Genius ihn anzutreiben scheintß). 
einen wahren Sinn erhält, das Ruhen aus Olfenb. XIV, 13. und 
das Schlafen aus 1 Cor. XV, 21. Die Formel in ymce aber, 
deren Anwendung auf Verstorbene schon aus dem Alten Testa- 
ment stammt (Weish. IV, 7. Sirach XLIV,  die aber durch 
das Neue Testament höhere WVeihe erhalten hat (s. Joh. XIV, 
27. Coloss. III, 15. 1 Thessal. V,  ist den Christen be- 
sonders eigen,  s. eine Sammlung christlicher Grabschriften 
mit derselben bei Bottnri Scult. e pitt. sagr. T.III. p.116-118; 
sie scheint ihnen selbst ausschliesslich zuzukuiumen. Dass sie 
auch auf heidnischen Denkmälern vorkomme, hat zwar schon 
Guasco behauptet, Mus. Capit. Inscript. T. III. p. 152. cf. 
p. 245., aber nicht bewiesen. Das Gegentheil behauptet Mor- 
celli Opp. epigr. T. II. p. 77. und Cardinali Iscriz. Velit. 
p. 204. Auch Orelli zu n. 104. und zu n. 4282. (vergl. zu 
n. 4490.) nimmt die Formel quiescit in pace und bloss in paee 
für ein Kennzeichen des Christeutliums. Jedenfalls hat der 
Ausdruck xotyäcfiat 511 eigrjvl; die Vermuthung für sich, christ- 
lich zu sein.  
1) Bosio p. 431. Aringhi T. II. p. 167. Bcttari T. III. 
Tav. CXXXVII. 
2) Eine Abbildung bloss dieser Scene giebt auch Aringhi Romn 
subterr. T. II. p. 614. und d'Agincourt Seult. VIII, 18. Nach 
dieser Abbildung Aringhiä urtheilt Müntcr Sinnb. I-I. I. S. 55., 
das Bild enthalte nichts, was seinen christlichen Ursprung wahr- 
scheinlich mache:  er hat eben versäumt, die Sarkophag- 
platte zu berücksichtigen, der jene Scene angehört, uml deren 
christlicher Ursprung nach dem oben Bemerkten unzweifelhaft 
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