Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1025283
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des heiter und thätig bewegten Lebens, dem der Ver- 
storbene eben noch angehörte, welches er aber nach den 
hin den Mysterien genährten Hoffnungen des spätern Heiden- 
thums auch jenseits fortsetzt. Die erstere findet sich auf 
einem Sarkophag aus dem Palast Rendanini 1) und zwar 
als Hauptvorstellung: in der Mitte ist eine Inschrift; zur 
Rechten sind vier nackte geflügelte Genien, links drei 
Genien, von denen nur der zunächst der Inschrift stehende 
Flügel hat,  zwei der letztern haben ein Stäbchen in 
der Rechten und neben sich einen Reifen?) (wenn es 
nicht vielmehr eine Kugel oder ein Ball, pila, ist), die 
auf der andern Seite lassen von einer geneigten Fläche 
Ringe herablaufen. Diese Reliefs enthalten allerdings keine 
Spur des christlichen Bekenntnisses; aber nach der in 
der Mitte befindlichen Inschrift: nhier ruht Artemidora in 
Frieden" 3) kann man in Betracht des eigenthümlich christ- 
lichen Sprachgebrauchs kaum umhin, dieselbe für eine 
Christin (wenn nicht für eine Jüdin) zu halten 4). 
 Guettani Monum. antichi ined. per Vanno 1786. lllagg. Tav. III. 
p. 41-45. Vergl. Raoul-Rochette Monum. ined. T. I. 
p. 235. not. 1. 
2) Von diesem Spiel s. Panofka Bilder am. Lebens S. 16. 
Taf. X. n. 8. 
3) ivfhids I xovkuärcu I Dlgreyzdlui l (m 511 s? l Qüvy. 
4) Raoul-Roehette zwar (Deux. lllem. sur les antiq. cliret. 
p.  indem er in Abrede stellt, dass diese Formel ein Kenn- 
zeichen des Christenthums sei, erklärt. der antiken Kunstver- 
stellung wegen das ganze Monument für heidnisch. Nun ist 
allerdings der Ausdruck xoiyäaihei, dormire, requiescere auch 
auf heidnischen Denkmälern gebräuchlich,  s. über requiescere 
de Vita Thes. autiq. Benevent. p. 294. Orelli zu n. 4492. 
T. II. p. 299. und n. 4493. 4494; besonders gehört hierher 
ein Zeugniss Tertulliaifs, der den Heiden verhält (De testim. 
anim. c.  cui gratiam debes, ossibus et cineribus ejus re- 
frigeriuni comprecaris et ut bene requiescal. apud inferos cupis: 
 obwohl er auf christlichen Denkmälern einen tiefem, ja erst
        

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