Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1025266
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werden 1), enthält zu beiden Seiten zwei geflügelte Figuren, 
schwebend, mit flatterndem Gewande, die einen Eichen- 
kranz halten, worin ein griechisches Kreuz. Und auf 
dem eben dort befindlichen Diptychon 2) des Consul Ana- 
stasius vom J. 517 sieht man oben das Brustbild des 
Kaisers Anastasius in einem Medaillen, welches von zwei 
geflügelten, nur mit einer kurzen Tunica bekleideten 
Genien oder Engeln gehalten wird,  womit die vorhin 
(S. 347.) angeführte Goldmünze des Anastasius zu ver- 
gleichen ist. 
Uebrigens erinnern jene Figuren auf dem Elfenbein- 
deckel zu Paris, wie in den Mosaiken zu Ravenna noch 
mehr an die antike Vorstellung von Victorien, wie die- 
selben auch in Bildwerken des christlichen Alterthums 
nachgebildet sind (s. oben S. 173.). 
3. Seltener ist die Vorstellung geschäftiger Genien 
auf altchristlichen Denkmälern. Zuweilen nehmlich ge- 
schieht es, ebenfalls vornehmlich auf Sarkophagen, dass 
die Handlung idealisirt wird, Bilder des Lebens in Ernst 
und Scherz, der Thätigkeit in Wissenschaft und Kunst 
vorgeführt werden; da sind es auch ideelle Wesen, jene 
geflügelten Knabenfiguren, ohne Individualität und ohne 
Costüm, welche als Personen der Handlung eintreten. 
Während aber in andern, gleich zu erwähnenden 
Fällen auch die ganze Handlung von heidnischen Denk- 
mälern herübergenommen ist, erscheint in einer eigen- 
thümlich biblischen Verknüpfung, auch anders gebildet, 
ein Genius auf einem merkwürdigen Sarkophag aus dem 
frühesten christlichen Alterthum, der erst neuerlich bei 
dem Wiederaufbau der Basilica S. Paolo f. l. m. zu Tage 
1) Lenormant 1. c 
Paris S. 699. 
2) Lenormant l. c. 
Waagen 
Kunstw. 
in 
und Künstler 
XVII.
        

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