Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1025255
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machen noch mehr den Eindruck, einer ursprünglich christ- 
lichen Idee anzugehören. 
Doch einen Unterschied zwischen diesen Genien und 
den Engeln stehen zu lassen, wird man dadurch genöthigt, 
dass in der ganzen Klasse jener Denkmäler, auf denen 
Genien so häufig sind, Figuren, die sicher für Engel er- 
kannt werden könnten, nehmlich in geschichtlichen Scenen 
aus der heiligen Schrift, fast gar nicht vorkommen, und 
wo sie erscheinen, anders als die Genien, durchaus be- 
kleidet und erwachsen gebildet sind. Dasselbe gilt von 
ihrer Darstellung in den Mosaiken der Kirchen, in denen 
seit dem fünften Jahrhundert (zuerst unter den noch er- 
haltenen Mosaiken in S. Maria maggiore in Rom um 440) 
Engel vorgestellt sind,  wie dies im folgenden Bande 
näher nachgewiesen werden wird. 
Aber auch dort finden sich Bildwerke, welche den 
Ucbergang von den Genien zu den Engeln anschaulich 
machen: namentlich in den Mosaiken von S. Vitale zu 
Ravenna 1) um 533 sind geflügelte Figuren, welche 
schwebend zu zweien eine runde Scheibe (einmal mit 
zwei sich schneidenden Kreuzen, zweimal mit einem Kreuz 
und den Buchstaben A 52) halten, ganz in der Weise 
jener einen Kranz haltenden Genien auf einem christlichen 
Sarkophag, aber bekleidet vorgestellt. 
Und ähnliche Vorstellungen sind in einigen Elfen- 
beinreliefs dieser Zeit enthalten. Eine der Elfenbein- 
tafeln 2) in dem Deckel eines Evangeliarium der K. Biblio- 
thek zu Paris, welche von Lenormant in's vierte Jahrhundert 
oder später, von Waagen in's sechste Jahrhundert gesetzt 
Ciampini Vet. Monim. P. EI. Tab.  XXI. 
Leliornlant Trüsor de nunnisanat. et de glypt. Rec. de 
et d'ornem. T. II. PI. XI. üg. 1. 
hasrel.
        

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