Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1025079
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Michael Coxcie, der vornehmlich durch das Studium 
seiner Werke sicb gebildet hatte; nach Frankreich nächst 
dem Florentiner Rosso durch einen Schüler des Giulio 
Romano, Primaticcio, der seit 1541 an Rosso's Stelle trat. 
Neben der römischen hat besonders die venetianische 
Schule sich hervorgethan in Behandlung mythologischer 
Stoffe. Giovanni Bellini (von dessen Vater Giacomo 
vorhin schon die Rede gewesen ist), der Meister derselben 
in der zweiten Hälfte des funfzehnten Jahrhunderts, der 
aber bis in's sechzehnte thätig war  1516), malte noch 
gegen Ende seines Lebens eine Götterversammlung, als 
Parodie behandelt, in einer Landschaft von Tizian, mit 
der Jahreszahl 1514 1). Entschieden aber war Tizian 
jenem Interesse ergeben, welches sich in seiner Schule 
erhält, bei Paris Bordone und Tintoretto, und leb- 
hafter in der zweiten Periode dieses Jahrhunderts bei 
Paolo Veronese hervortritt. 
In den Niederlanden ist diese Richtung neben Bernard 
van Orley durch Joan Mabuse vertreten, der ebenfalls 
aus Italien den Geschmack dafür mitgebracht hatte, frei- 
lich nicht auch den Geist und die Mittel der Darstellung: 
seine mythologischen Gemälde in den Gallerien zu Berlin 
und München sind durchaus unerquicklich. Dasselbe gilt 
von Franz Floris, der um die Mitte und in der zweiten 
Hälfte dieses Jahrhunderts mancherlei Götterbilder be- 
schafft hat. 
Auch in Deutschland erweiterte sich in der ersten 
Hälfte des sechzehnten Jahrhunderts der Kreis der Kunst- 
vorstellungen durch Aufnahme mythologischer Ideen, doch 
ohne dass sie hier eine solche Bedeutung wie in Italien 
1) In der Sammlung des Malers Camuccini zu Rom, s. Platner 
Beschreib. Roms III, 3. S. 271; zuerst edirt von (l'Agn- 
court Pittur. Tav. CXLIII.
        

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