Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1025046
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stand im Einklang mit der Neigung, Antiken zu sammeln, 
welche auf jenes Streben zurückwirkte: denn für die 
würdigste Aufstellung derselben durfte es gelten, wenn 
in dem umgebenden Raum ihre Motive durch die neuere 
Kunst weiter ausgeführt waren. S0 liess der Erzbischof 
von Cypern die Mauern seines Gartens zu Rom mit Be- 
ziehung auf die darin aufgestellte antike Statue eines 
Bacchus durch Bacchanten, Satyrn, Faune und ähnliche 
Gegenstände von Perino del Vaga decoriren 1). 
Nichts aber beweiset mehr die Herrschaft dieses 
Interesse, als dass solche Vorstellungen selbst in die 
Klöster eindrangen,  wovon die Frescomalercien zweier 
Meister, die aus der Schule oder doch der Richtung 
Leonardo da Vinci's hervorgegangen sind, Zeugniss geben. 
Es sind die Malereien des Bernardino Luini in dem Kloster 
Casino della Pelugga zwischen ltlailand und Monza, na- 
mentlich eine Satyrfamilie, welche dem Pan ein Opfer 
bringt und die Verwandlung der Daphne in Gegenwart 
des Apollo und des Poneus,  welche von da in die 
Sammlung der Brera in Mailand gekommen sind; ferner 
als Gegenstück zu der erstern Darstellung, Vulcan Waffen 
schiniedend, wobei die geschäftige Venus und Mars mit 
zwei Amorinen, in der Villa Sommariva am Comersee 2). 
Noch aber sind in einem Saal des Klosters der Benc- 
dictiner-Nonnen von S. Paolo zu Parma die Malereien zu 
sehen, welche Correggio daselbst in den Jahren 1518 
und 1519 im Auftrag der damaligen Aebtissin ausgeführt 
hat: an der Hauptwand Diana auf ihrem von zwei Hin- 
dinnen gezogenen Wagen von der Jagd zurückkebrend, 
1) Vasari Leben der Maler III, 2. S. 449. 
2) Die beiden ersten Scenen abgebild. bei Bisi Pinacot. T. III. 
Tav. LXXXI. LXXXII. bis; der ersten und dritten Darstellung 
gedenkt Passavaut Beitr. zur Gesch. der alten blalersehulenl 
in der Lombardei, Tüh. Kunstblatt 1838. S. 296.
        

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