Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1024964
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der Poesie des klassischen Alterthums, aus der Heroen- 
und Götterfabel hervor, da die Grossen es liebten mit 
Solchen Bildern sich zu umgeben. S0 wurden in der 
zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts für den ältern Lorenzo 
eine Pallas von Sandro Botticelli, die Geschichte Vuleans 
von Domenico Ghirlandajo 1), so wie einige nackte Götter- 
gestalten von Luca Signorclli gemalt, der auch zu Siena 
den Palast des Pandolfo, eines eifrigen Verehrers und 
Nachahmers des griechischen Alterthmns, mit mytho- 
logischen Gemälden (der Geschichte des Midas, einem 
Bacchanal und dem Tod des Orpheus) schmückte. 
Noch älter aber ist dies Interesse bei den Künstlern 
selber,  wie auch von selbst es sich versteht, dass 
eine neue Richtung in der Kunst nicht auf Bestellung 
zum Vorschein kommt. Denn wie gross auch jene Ab- 
hängigkeit sei, so steht doch fester die Selbständigkeit 
der grossen Meister, die ihren eigenen Weg verfolgend 
dem Jahrhundert sein Gepräge geben. Sie machten aber 
damals mythologische Motive sich zu eigen, da sie, an 
den Vorbildern der Antike zum Bewusstsein einer höhern 
Kunstthätigkeit erwachend, auf das Studium von Kunst 
und Leben der alten Welt sich hingewiesen sahen, und 
wie sie dieses mit Liebe umfassten, so auch den tiefsten 
Gehalt des antiken Lebens, den religiösen Mythus in die 
Phantasie, als die Geburtsstätte künstlerischer Gedanken, 
aufnahmen. 
Dies Interesse für mythologische Aufgaben otfenbart 
sich sowohl in der Theorie als in der Ausübung der 
Kunst. Jenes sieht man an dem ersten und grössten 
Schriftsteller über Kunsttheorie im Zeitalter seit Wieder- 
herstellung der Kunst bis zu Leonardo da Vinci, dem 
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