Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1024955
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entgegen trat: es wurde aus der profanen Kunst eine 
unheilige, sofern sie sich dahin verirrte, der sinnlichen 
Begierde zu schrneicheln, selbst Unzucht zu predigen,  
wozu der Mythus, wenn man darnach suchte und moderne 
Reflexion hineinspielen liess, statt im Geist der Natur- 
religion und, wenn man eine christliche Vorstellung 
hinzunehmen will, als jenseits des Sündenfalls liegend, 
ihn aufzufassen, reichlich Gelegenheit bot. Das war 
jedoch nicht eine Folge jener Erweiterung des Kunst- 
gebiets, sondern der Verderbniss des Zeitalters, welches 
auch einzelne Meister der Kunst sich dienstbar machte. 
Auch fällt dies erst in eine spätere Zeit, nachdem jene 
Theilung schon durchgeführt war und die Kunst über- 
haupt ihren Höhepunkt bereits überschritten hatte. 
Von besonderem Interesse ist es, das erste Auftreten 
und die Verbreitung mythologischer Kunstvorstellungen 
im funfzehnten Jahrhundert zu verfolgen, wo die Ursachen 
dieser Erscheinung, welche zuletzt zusammenwirken, noch 
aus einander liegen und um so deutlicher sich zu er- 
kennen geben. 
Im 
funfzehnten 
Jahrhundert. 
Wie die allgemeine Richtung des Zeitalters auch für 
die Kunst bestimmend wurde, dem klassischen Alterthum 
sich zuzuwenden und aus diesem Kreise ihre Aufgaben 
zu wählen: so waren es theils innere Gründe, welche 
dahin leiteten, theils wurde sie von aussen dazu ver- 
anlasst. 
Die äussere Veranlassung lag in den Forderungen, 
welche an die Künstler gestellt wurden. Denn überhaupt 
ja ist der Künstler abhängig von dem Beifall, welchen 
seine Werke finden, von dem Verlangen, mit dem man 
ihm entgegen kommt. Also gingen aus dem herrschenden 
Interesse des funfzehnten Jahrhunderts die Aufgaben aus 
Piper, Mythol. u. Symbol. d. chr. Kunst. l. 21
        

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