Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1024810
ÖUI 
Schneiders, ein xylographisohes Blatt zu Weimar in der 
Goetheschen Sammlung 1): in der Mitte sieht man eine 
nackte, weibliche Figur mit Flügeln und verbundenen 
Augen, mit einem Salbengefass zu den Füssen, zwei 
Pfeile zugleich mit einem Bogen abschiessend, darüber 
die Bezeichnung Amor carnalis. Unten auf einer schmalen 
Rolle über einem Todtenkopf und Schwerdt, welche über 
dem Höllenrachen schweben, steht Finis amoris. Ein 
besonderes Feld über der Figur enthält die Inschrift: 
Die lieb ist nacket und plint und plos, 
Des kumbt manger man von treu wegen in der helle shos; 
Sie hat zwen snell flugel die sein unstill, 
Sie ist zu allen zeitten wo sie will, 
Sie kan salben und verwunden 
Wo sie woll zu stünden, 
Ihre Wort sind listig und behend: 
Gar pitter ist der snoden lieb end. 
An jeder Seite sind fünf Halbüguren, ausser Moses und 
Aristoteles die vornehmsten Kirchenlehrer, unter jedem 
ein warnender Spruch in Bezug auf die Sünden, besonders 
die fleischlichen.  S0 hatte auch Giotto, wie früher 
(S. 275.) erwähnt ist, neben der Keuschheit den Amor 
profanus vorgestellt mit Köcher und Binde, aber mit 
Bocksfüssen, wie er von der Busse verscheucht wird, in 
seinen Malereien über dem Grabe des h. Franciscus zu 
Assisi, deren Idee er von Dante empfangen haben soll. 
Neben Dante aber ist hier Petrarca zu erwähnen 
wegen einiger Miniaturen aus dem fünfzehnten Jahrhundert, 
zu denen seine Poesie Anlass gegeben hat. In seinen 
Triumphen schildert er zuerst den Triumph des Amor, 
das Leid derer, die von ihm verwundet und in seiner 
Gewalt sind, grossentheils Personen aus der antiken 
Mythologie, aber auch aus der provencalischen Dichtung, 
Goetheschen 
Schuchart Catalog der 
Samml. 
104.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.