Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1024644
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schaft, welche gerade die Reinheit der Lehre zu be- 
wahren und die christlichen Vorstellungen zu läutern 
berufen ist, ein herrschendes mythologisches Interesse 
eingedrungen. 
Mit dieser Bewegung, da die Geister eingenommen 
waren von den Ideen des Alterthums, hängt es zusammen, 
dass dieselben auch in der christlichen Kunst mit Macht 
hervortreten. Aber sie kamen zu den Künstlern nicht 
bloss aus der klassischen Literatur und dem durch die 
Wiederherstellung derselben bestimmten Bewusstsein des 
Zeitalters, sondern auch unmittelbar aus der begeisterten 
Anschauung der Antike. Daher um so mehr von der Kunst 
aus auf jenes Bewusstsein zurückgewirkt, das klassische 
und heidnische Interesse des Zeitalters genährt wurde. 
Für die Kunst selbst aber war die Folge, dass sich 
ein eigenes Kunstgebiet von der his dahin kirchlichen 
Kunst abzweigte, wodurch ein Uebergang aus der mittel- 
alterlichen in die moderne Kunst gemacht wird. Dieser 
Uebcrgang soll sogleich (S. 36.) nachgewiesen, zuvor 
jedoch von der Vermischung beider Gebiete Rechenschaft 
gegeben werden. 
Benutzung mythologischer Vorstellungen 
seit dem funfzehnten Jahrhundert. 
Das ist das Merkwürdigste und gerade daran erkennt 
man die Gährung; des Zeitalters und die Macht der neuen 
Ideen, dass selbst die kirchlichen Aufgaben dieser heid- 
nischen Motive sich nicht erwehren konnten: ja sie griffen 
so um sich, dass sie mit den christlichen Ideen auf deren 
eigenthünilichein Gebiet um den Vorrang stritten. Es giebt 
sich nehmlich in dieser Vermischung der Stufengang zu 
erkennen, dass sie in kirchlichen Kunstwerken für's Erste 
bescheiden nur als Einfassung christlicher Scenen er-
        

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