Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1024489
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dass gerade auch diese in das menschliche Leben ein- 
greifenden mythologischen Motive, die Musen so wie die 
Pareen und die Fortuna, in dem encyclopädischen Gedicht 
des Alanus vorkommen, wie vorhin (S. 32.) nachge- 
wiesen ist. 
6. Wie der Geist Dante's der Poesie eine neue Bahn 
eröffnete; so hat von ihm auch die bildende Kunst einen 
mächtigen Impuls und eine neue Richtung empfangen: 
auch sie bemächtigte sich der Allegorie und unternahm 
es, statt in herkömmlichen Typen Personen und Handlungen 
darzustellen, den Iieichthuin des Gedankens zu entfalten. 
Da nun dem Gedanken Gestalt, Fleisch und Blut gegeben 
werden musste, eine Gestalt, die auch allen erkennbar 
wäre, dies aber in unerschöpflicher Fülle die Mythen des 
Alterthums darboten, so fand man sich zu dieser Quelle 
hingewiesen, die in Dante's Werken selber so reichlich floss. 
Und zwar tritt der Einfluss Dante's nicht erst in der 
Folgezeit hervor, sondern schon in seinem Zeitalter, da 
er sowohl durch sein grosses Gedicht, als in persönlichem 
Umgang auf die Künstler dieser Zeit einwirkle, insbe- 
sondere auf Giotto 1). 
Giotto. 
Einige seiner Werke hat Giotto geradezu entweder 
nach der Göttlichen Komödie Dante's oder, einer Sage 
zufolge, nach dessen Angaben eomponirt. In allen zeigt 
sich die Herrschaft des Gedankens und das Bestreben ihn 
sinnreich durchzuführen. Wobei er auch dem Interesse 
für mythologische Vorstellungen Raum gab, welches er 
mit Dante theilt. 
1) "Einiges über den Einfluss der Poesie Dante's auf bildliche 
Darstellungen" finden sich bei Kopisch in den Ahhandl. hinter 
s. Uebersetzung der Göttl. Komöd. S. 466.
        

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