Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1024445
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Dante hat mythologische Motive in die Gegenwart 
verflochten, indem er mythische Ereignisse in der Natur 
durchscheinen und daselbst so wie im menschlichen Leben 
heidnische Gottheiten wirksam sein lässt. Es werden 
erstens Naturerscheinungen aus der Fabellehre erklärt, 
namentlich die Entstehung der illilchst-rasse von dem 
Himmelsbrand bei Phaet0n's Fahrt 1), und von den Gi- 
ganten heisst es, dass sie wenn's donnert noch immer 
Jupiter bedroht vom Hinirneli). Es ist die Rede vom 
Sol, der im Wassermann (las Haar erfrischt, und von 
der Trieia (Luna), die bei den ew'g'en Nymphen lacht 3); 
auch vom Aeolus, wie er den Sirocco hervorläisst, und 
vom Boreas, wie er Luft aus jener Backe stösst, aus 
der gelinder seine Hauche wehen 4). Das Girren der 
Schwalbe wird gedeutet, dass sie vielleicht ihrer ersten 
Klage (als Progne) gedenkt-e).  Oefters ist es auch 
nur der mythologische Name , der herübergenomlnen wird: 
so heissen Sonne und Mond die beiden Kinder der La- 
tona 6), für Morgenröthe steht der Ausdruck die Wangen 
der Eos, die auch als Dienerin der Sonne vorkommt T), 
und für Regenbogen steht Tochter des Thaumantes, die 
auch als Dienerin der Juno bezeichnet wird S). 
1) Dante Inf. XVII, 108. vergl. Purg. IV, 71 T. 
2) Inf. XXXI, 44. 45. 
ß) m. XXIV, 2. Par. XXIII, 26. 
4] Purg. XXVIII, 21. Par. XXVIII, 80. 81. 
5) Purg. IX, 15. 
G) Par. XXIX, 1. Desgleichen der Mond die 'l'ochter der Latona, 
Pur. X, 67. 
T) Purg. II, 7. Par. XXX, 7.  Der Ausdruck Tith0n's Buhlen-in, 
Purg. IX, 1., da Aurora Tith0n's Gemahlin ist, bezeichnet viel- 
leicht eine lllond-Aurora. 
s) Purg. XXI, 50. Par. XII, 12. 
Latona,
        

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