Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1024436
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von seinen Zuhörern sagt der Dichter beim Eingange 
zum Paradies: es werde sie mehr Staunen ergreifen, als 
die Argonauten, wie sie den Jason mit den flammen- 
athmenden Stieren pflügen sahen 1). 
5. Diesem Parallelismus gegenüber, in welchem der 
Mythus jenseits der Ereignisse der Göttlichen Komödie 
stehen bleibt, während vorhin sich gezeigt hat, wie er 
sowohl für die Construclion von Hölle, Fegefeuer und 
Paradies benutzt ist, als auch für die Hölle zahlreiche 
Bewohner hergegeben hat, fordert endlich noch die Auf- 
nahme mythologischer Motive in die Gegenwart um so 
mehr Beachtung, da hierin diese Vorstellungen einem 
praktischen Interesse sich zu nähern scheinen. 
Traum wird er von einem Adler emporgetragen, wie einst Ga- 
nymedes entrückt ward,  er erwacht, von einem Traum 
erschüttert, wie Achill, als seine Mutter ihn schlummernd nach 
Skyros gebracht hatte, Pu-rg. IX, 19-24. 34-40; als er den 
Namen eines verehrten Dichters hört, ist ihm wie den Söhnen 
der Hypsipyle, als sie ihre Mutter in Lebensgefahr fanden und 
retteten,  und als er den Namen Beatrice hört, geht er durch 
die Flamme, die ihn noch von ihr scheidet, wie Pyramus ster- 
bend aufblickte, als er Thishe's Namen hörte, Purg. XXVI, 
94-96. XXVII, 37-42; er schlummert ein, wie Argus bei der 
Erzählung des lllercur, Purg. XXXII, 64-68. Beim Anblick 
der Beatrice fühlt er sich verwandelt wie Glaucus, der heim 
Kosten eines Krautes in einen Meergott verwandelt ward, Par. 
l, 67-69; er sieht einmal wirkliche Gestalten für Spiegelbilder 
an, umgekehrt wie Narcissus, Par. III, 16-18; sein Zusammen- 
trelTen mit einem seiner Verfahren gleicht der Begegnung des 
Aeneas und Anchises in Elysium, Par. XV, 25-27; er wendet 
sich an Beatrice mit dem Verlangen nach Auskunft, wie Phae- 
ton an seine Mutter Klymene, Par. XVII, 1-4; er muss Florenz 
meiden, wie der sehändlichen Stiefmutter halben Hippolytus 
Athen, Par. XVII, 46-48. 
1) Par. II, 16-18. 
        

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