Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1024414
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auf die andere Weise wird ein Erzit-tern des Fegefeuer- 
berges mit der Erschütterung von Delos verglichen 1): 
Gewiss so stark nicht schüttelte sich Delos, 
Bevor Lutona dort ihr Nest gebauet, 
Die beiden Himmeisailgen zu gebären. 
Ueberhaupt werden Erscheinungen des Fegefeuers und 
des Paradieses, vornehmlich aber der Hölle durch solche 
Gleichnisse erläutert. In der Hölle 2) büssen die Selbst- 
mörder in Bäume verwandelt, gleich dem Polydorus bei 
Virgil (Aen. III, 45); die Diebe gehen in Schlangen über 
und umgekehrt, seltsamer als was von des Gadmus und 
der Arethusa Verwandlung in Schlange und Quelle Ovid 
(Metam. IV, 575 ff. V, 632 ff.) erzählt; die Betrüger 
Ulysses und Diomedes leiden Strafe in einer Doppelflamme, 
welche an die sich theilenden Flammen des Scheiterhaufens 
erinnert, auf welchem der Leichnam des Eteokles und 
seines Bruders verbrannt wurde; zwei andere Betrüger 
rasen schrecklicher als Athamas und Hecuba; im Kreise 
der Verräther benagt einer den Schädel eines andern, wie 
Tydeus, einer der Sieben vor Theben, das Haupt des 
lllenalippus; endlich die Grösse des Lueifer wird durch 
die der Giganten gemessen.  Im Fegefeuer a) sind die 
Seelen, die von der Sehwelgerei sich reinigen, von 
Sehnsucht abgezehrt mehr als Eresiehthon, welches weiter 
erklärt wird durch das Beispiel des Meleager, der beim 
Verbrennen eines Scheits verzehrt ward; aber auf dem 
Gipfel des Fegefeuerberges erscheint Mathilde (das per- 
sonificirte paradiesische Leben) Blumen pflückend wie 
1) Purg. xx, 130-192. 
2) m. xm, 49. xxv, 97-102. XXVl, 52-57. xxx, 1- 
xxxn, 129-192. xxxlv, a0. a1. 
ß) Purg. XXIII, 22-27. xxv, 20-24. XXVIII, 49-51. 54- 
XXIX, 95. 117-120.
        

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