Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1024383
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Theben, im siebenten Kreise 1):  worin sich eben jene 
Verknüpfung zeigt, dass Jupiter als der wahre Gott be- 
trachtet wird. 
Im Fegefeuer aber wird zwar auch auf viele Per- 
sonen der Mythengeschichte, als die ein böses, auf einige, 
die ein gutes Beispiel gaben, Bezug genommen,  jedoch 
nur in Bildern, Gesichten und Stimmen (s. oben S.  
persönlich erscheint dort aus dem Heidenthum nur Einer, 
eine geschichtliche Person, das ist Cato von Utica, der 
Hüter des Fegefeuers, „unter dessen Obhut die Geister 
sich läutern." 2) S0 ist selbst in das Paradies, unter die 
seligen Geister auf dem Planeten Jupiter ein Heide ein- 
gegangen, das ist Kaiser Trajan, jedoch nur mit Rück- 
sicht auf die Sage, dass er aus der Hölle, weil er seine 
lebendige Hoffnung auf Gott gesetzt (auf Fürbitte des 
h. Gregor) noch einmal in's Fleisch zurückgekehrt und 
zum Glauben gekommen sei 3). Sehr merkwürdig ist 
aber an demselben Ort die Erscheinung eines der Heroen, 
des Rhipeus 4), welchen Virgil den gerechtesten der 
Trojaner nennt: aus Gnade, berichtet der Dichter, habe 
derselbe alle seine Liebe einst dem Rechte geweiht; 
darum sei ihm von Gott höhere Gnade gegeben und das 
Auge für die künftige Erlösung geöffnet, er habe an 
diese geglaubt, anstatt der Taufe hätten Glaube, Liebe, 
Hoffnung wohl tausend Jahre vor der Taufe ihm gedient. 
Den Bericht über die Aufnahme der beiden Heiden in 
das Paradies leitet Dante mit den schönen Worten ein 5): 
1) Dante Inf. XXXI, 91 ff. Von Kapaneus s. 
2) Purg. I, 66.  
a) Par. XX, 45. 106--117. 
4) Ebendas. v. 68. aus Virg. Aen. II, 426 sq.: 
 cadit et Rhipeus, justissimus unus 
Qui fuit in Teucris et servantissimus aequi 
5) Par. XX, 94-96. 
91 
Von Kapaneus s. 
oben 
141.
        

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