Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1024371
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3. Sehr deutlich treten aber mythologische Personen 
in den Vordergrund, wie sie zumal in der Hölle zu- 
sammen mit geschichtlichen Personen aus der nächsten 
Vergangenheit des Dichters als Beispiele aufgestellt werden 
für die verschiedenen Arten der Sünde und der Strafe. 
Es kommt dabei zunächst nur auf die Handlung, den 
Charakter an: die Existenz der Person kann dahingestellt 
bleiben. Es werden aber gern Personen der Heroenge- 
schichte gewählt, da sie notorische Beispiele liefern. In 
der Vorhölle weilen mit den ungetauft verstorbenen Kin- 
dern die tugendhaften Heiden, auch die Heroen Hector, 
Aeneas 1) , so wie die Heroinen Antigene, Ismene 2) u. A. 
Im zweiten Kreise der Hölle unter den fleischlichen Sün- 
dern büssen Semiramis, Dido und Helena, Achill und 
Paris 3); im sechsten Kreise der Ketzer die Tempel- 
schänderin Medusa 4). Besonders zahlreich erscheinen sie 
in den verschiedenen Abtheilungen des achten Kreises: 
zuerst als Bild des Truges überhaupt Geryon, dann Jason 
unter den Verführern, Amphiaraus, Tiresias und dessen 
Tochter Manto, so wie Eurypylus unter den Zauberern 
und Wahrsagern, Cacus, der dem Hercules die Rinder 
raubte, unter den Dieben, Ulysses und Diomedes als be- 
trügerische Bathgeber und unter den Fälschern Myrrha 
und Sinon, der falsche Grieche bei dem trojanischen 
Ross b). Im untersten Kreise der Hölle endlich unter 
den Verräthern gegen Gott leiden die Giganten Strafe 
wegen ihrer Empörung gegen Jupiter, gleich wie als 
Lästerer gegen Jupiter Kapaneus, einer der Sieben vor 
111. 
112. 
xxv, 2a.
        

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