Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1024334
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fluss der Göttin, so im Gebiet der Natur die mythologische 
Erklärung ab: nicht durch Typhoeus, sagt er, sondern 
durch Schwefel dampfe der Actna 1). Dies versteht sich 
nun freilich von selbst; doch bei der ausgedehnten An- 
wendung, welche Dante von der heidnischen Mythologie 
gemacht hat, mag es xiioht überflüssig sein, zuvor darauf 
hinzuweisen. 
2. Auf zwiefache Weise bringt Dante den Gehalt 
der heidnischen Mythologie dem Gegenslande des christ- 
lichen Glaubens nahe, indem er beides entweder identi- 
ficirt oder parallelisirt. Im letztern Fall werden diese 
Gebiete in ihrer Selbständigkeit anerkannt; aber es wird 
auf beiden Seiten eine Uebereinstimmiing gefunden in 
Eigenschaften, Thaten und Schicksalen zwischen Personen 
der heiligen und Kirchengeschichte und Personen der 
Heroen- selbst der Götterfabel,  wie zahlreiche Paral- 
lelen (IIBSCF Art aus der Göttlichen Komödie früher 
(S. 21, i.) nachgewiesen sind.  Wenn hingegen beides 
identisch genommen wird, so wird damit das Christenthum 
Zurückdatirt: es erscheint „s0 alt als die Weltu, freilich 
nicht im Sinne englischer Deisten, sondern in der Voraus- 
Setzung, dass dem heidnischen Abfall die Wahrheit voraus- 
gegangen ist, dass sie ihm also zum Grunde liegt. Es 
muss sich mithin auch aus heidnischen Ideen ein Ueber- 
gang zum Christenthum machen lassen. S0 knüpft in der 
T hat Dante zunächst auf der obersten und auf der untersten 
Stufe den Inhalt der Beligionserkenntniss zusammen: er 
geht von der Idee des Jupiter zu der des wahren Gottes 
(wie schon oben S. 141. bemerkt ist) und von Pluto 
(Dis), dem Gott der Unterwelt, zu dem obersten ge- 
fallenen _Engel, dem Lucifer über 2). 
VIII, v0. 
XI, 65. XXXIV, 20. 
121. 
die 
Dis ist die Creatur, 
1711
        

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