Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1024290
Dante. 
Das grosse, Himmel, Erde und Hölle umfassende 
Gedicht Dante's hat von jeher ein doppeltes Interesse 
erweckt vermöge seiner geschichtlich politischen Be- 
Ziehungen und seines theologischen Gehalts, der in vielen 
Schilderungen zumal der beiden ersten Theile überwiegend 
von ethischer Bedeutung ist, überall aber in's dogmatische 
Gebiet eingreift, aus welchem auch manche Lehren vor- 
nehmlich im dritten Theil direct erörtert werden. Ein 
besonderes Interesse aber nimmt es noch in Anspruch 
nach seiner Stellung zu dem heidnischen Weltalter,  
nicht nur weil es Zeugniss giebt von dem neuerwachten 
Studium des klassischen Altcrthums, namentlich der latei- 
nischen Dichter Virgil, Ovid, Lucanus, Slatius (während 
die griechische Vorwelt nur durch deren Vermittelung 
dem Verfasser aufgeschlossen ist  und für die Be- 
lebung dieses Studiums selbst kräftig gewirkt hat; sondern 
vorzüglich weil in die christliche Dichtung die heidnische 
Mythologie, die Götter- und Heroengeschichte durch- 
gehends verflochten ist,  in einer Weise, die nicht 
bloss auf eine poetische Absicht zurückgeführt werden 
kann, sondern dogmatisch-theologischen Charakter hat. 
l. Sehr bedeutend in dieser Hinsicht ist die Stellung, 
welche dem Virgil gegeben wird. Er erscheint einerseits 
als römischer Dichter und Repräsentant des klassischen 
Alterthums, den Dante als seinen Meister und als unsere 
grösste Muse feiert 2). Noch höher wird er dadurch 
gestellt, dass er den christlichen Dichter, der ihm als 
Seinem Hort die grösste Pietät heweiset, durch die Hölle 
und das Fegefeuer führt. Denn Virgil hat in der Aeneide 
Vergl. 
Inf. I. 
Dante Inf. XXVI, 
85. Par. XV, 26. 
        

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