Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021576
XXVII 
Kunst, die im Dienst des Heiligen steht, eine ver- 
söhnende Kraft beiwohnt: denn den ganzen Menschen 
(nicht bloss sein streitsüchtiges Theil) erfasst sie 
und lässt ihn sich selbst über die Gegenwart 
der göttlichen Dinge, zu der sie ihn leitet, ver- 
gessen. 
Aber noch in einem weitem Kreise eröffnet 
sich hier eine schöne Gemeinschaft. Der Fort- 
schritt der Wissenschaften in der neuern Zeit be- 
dingt eine immer Weiter gehende Theilung der 
Arbeit, welche die Gefahr mit sich bringt, sowohl 
dass die Idee des Ganzen der Wissenschaft das 
Detail nicht mehr durchdringe, als auch dass das 
Band der Wissenschaften unter einander sich löse. 
Wovon zuletzt die Folge sein würde, dass an die 
Stelle achter Wissonschaftlichkeit ein handwerks- 
massiger Betrieb und zunftmässige Abgeschlossen- 
heit tritt. Um so willkommener muss es sein, 
wenn eine Disciplin ein Arbeiten in's Ganze noth- 
wendig macht und ein Zusammenwirken mehrerer 
Wissenschaften fordert. Von der Art ist der Gegen- 
stand, der uns im Folgenden beschäftigt, da er 
nicht minder der Kirchengeschichte als der Kunst- 
geschichte angehört und was insbesondere jenes 
Grenzgebiet betrifft, auf Welchem antike und christ- 
liche Vorstellungen sich berühren und in einander 
übergehen, die Mitwirkung von Seiten der klas- 
sischen Alterthumskunde und Kunstarchäologie in 
Anspruch nimmt. Nach solchem Umfang der An-
        

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