Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1024179
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zuerst gewünscht hatte 1); sodann Hymenaeus; endlich 
eine männliche und eine weibliche Gestalt, die sich die 
Hände reichen, das ist die Vermählung des Mercurius 
und der Philologia. Von den übrigen Teppichstücken, 
deren Figuren ebenfalls aus dem Buche des Marcianus 
entlehnt sind, sind besonders zwei noch zu bemerken; 
das eine mit den Gestalten der Philologia, ihrer Mutter 
Phronesis und des Genius; das andere mit Cypris, Naiade, 
Risus Jovis und Ver.  Diese in Wolle gewirkten Teppiche 
hat die Aebtissin Agnes zu Quedlinburg (um 1200) aus- 
führen lassen: sie waren nach Rom für den Papst be- 
stimmt, sind aber bei der Stiftskirche verblieben und 
Wurden im hohen Chor derselben ausgebreitet, späterhin 
haben sie als Fussdeeken in den Priechen der Kirche 
gedient und dadurch sehr gelitten: jetzt werden sie im 
Zitter der Sehlosskirehe aufbewahrt. 
4. Vorzüglich interessant ist ein Miniaturbild , welches 
die Musik darstellt 2), zu Anfang eines Liber pontitiealis 
aus dem dreizehnten Jahrhundert in der Bibliothek zu 
Rheims. Man sieht hier die griechischen Erfinder und 
Meister der Musik mit ihren Instrumenten, ferner die 
Person der Luft, welche das Medium der Töne ist und 
sie weiter trägt, endlich die neun Musen, als die Quelle 
der Begeisterung, die in den Accorden sich ausspricht. 
Inmitten eines grossen Kreises, ihn ganz erfüllend, steht 
mit weitausgebreiteten Armen und gespreizten Beinen eine 
mächtige Gestalt, ganz nackt, nur mit einem Schurz um 
l) Abgebild. bei Lucanus Die Tapeten im Dom zu Halberstadt 
und in der Stiftsk. zu Quedlinb. , in den Kunstdenkm. in Deutsch- 
land, bearb. von Frh. v. Bibra u. s. w. Fünfte Liefer. Schwein- 
furt. 1845. Abbild. XIII. 
2) Abgebildet und erklärt bei Didron De la musique an moyen 
äge, in s. Annal. archeol. T. I. p. 38-40. Vergl. dessen Anm. 
zu dem Manuel diconogr. chret. p. 170. 244. 
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