Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1024130
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Gesetze der Parcen, die Ordnung des Schicksals und der 
Wille Gottes, welches alles die Prudentia in dem Spiegel 
der Fides schaut 1). Für den neu geschaffenen Menschen 
kommen dann auch die Gaben der Fortuna zur Sprache, 
welche geschildert wird mit Haaren auf der Stirn und 
kahlem Hinterkopf, wie sie ihr Rad umwälzt 2).  Unter 
den Tugenden erhält die Prudentia den Namen Minerva 3). 
Vornehmlich aber wird für die Personification der Laster 
die heidnische Mythologie zu Hülfe genommen. An ihrer 
Spitze, heisst es, steht die Alecto sammt der Erinnys 
und Megära. Der Tarlarus ist ihr Sitz (daher der Name 
Tartarei proceres), wo die Alecto sie versammelt 4) und 
aufruft, dem Werk der Natur und der Tugenden sich zu 
widersetzen. Die Fama verbreitet und vergrössert die 
Sache, als ob das Schattenreich wider den Himmel sich 
verschworeit habe und der Herrscher der Unterwelt dem 
l) VI, 4. p. 382. 
z) VIII, l. p. 399. sqq. 
3) n, v. p. 341. 
4) VIII, 3. p. 402: 
Is Scelerum hlrbo   
Tartareas ruit in sedcs, uhl regnat Erinnys, 
lmperat Alecto, leges dictante Megacra.  
Bemerhenswerth ist, dass die letzten anderthalb Verse in die 
Anrufung Gottes aufgenommen sind, welche der Goldenen Bulle 
Kaiser Kurts IV. vom J. 1356 vorgesetzt ist und so anfängt: 
Omniputens eterne deus, spes unica mundi, 
Qui celi fabricator ades , qui conditor orbis  
Tu populi memor esto tui, sie mitis ab alto 
Prospice, nc gressum faciat ubi regnat Erinis, 
Imperat Allecto, leges dictante Illegacra. 
S. bei Olenschlager Neue Erläuterung der Guldenen Bulle 
Zu Anfang. Dieser poetische Eingang der Goldenen Bulle auch 
bei Fr. Hub. Müller Beitr." zur teutschen Kunst- und Ge- 
schichtskunde. Zweit. Jahrg. 1833. S. 11.
        

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