Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1024087
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daneben die- heidnischen Ideen als gleich berechtigt in 
die Kunst einführten. Bald aber drohten die letzteren 
sogar ein Uebergewvicht zu erlangen: es wurden mytho- 
logische Motive in ausgedehntem Maasse aufgenommen, 
zum Theil mit Vorliebe behandelt. Da aber die Be- 
geisterung in der Kunst auf beiden Seiten, für die christ- 
lichen wie für die heidnischen Anschauungen, nacliliess; 
so gehen die nächsten Jahrhunderte hindurch die beider- 
seitigen Kunstbestrebungen mit verständiger Wahl neben 
einander her.  
Nach diesen Perioden sollen nun die mythologischen 
Vorstellungen, die in der christlichen Kunst Eingang 
gefunden haben vom zwölften Jahrhundert bis zum Ueber- 
gang der mittelalterlichen in die moderne Kunst, in Be- 
tracht gezogen werden. 
Wobei der Unterschied in's Auge zu fassen ist, dass 
theils mythologische Kunstvorstellungen erscheinen, die 
einem christlichen Gegenstande der Kunst sich unterordnen 
oder doch einem kirchlichen Interesse dienen, theils solche, 
die selbständig auftreten und ihres eigenen Gegenstandes 
wegen dargestellt sind. Beide Reihen werden wir in 
allen drei Zeitabschnitten zu verfolgen haben. 
Benutzung mythologischer Vorstellungen 
zwölften bis zu Anfang des vierzehnten 
Jahrhunderts. 
Diese Vorstellungen werden hauptsächlich in alle- 
gorischer Bedeutung genommen, um Gedanken zur An- 
schauung zu bringen und Zustände, Eigenschaften und 
Wirkungen zu repräsentiren, sowohl auf geistigem als 
auf sittlichem Gebiet. Als Quelle aber der mythologischen 
Kunstvorstellimgen erscheint in dieser Zeit weniger das 
Vorbild antiker Denkmäler; vielmehr theils die Encyclo-
        

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