Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1024052
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eigenthümlicher Gebrauch mythologischer Motive, der sich 
steigert bis in's sechzehnte Jahrhundert. 
Es hängt derselbe zusammen mit den neuen Bildungs- 
elementen, die damals die abendländische Cultur befruch- 
teten, mit der mächtigen Lebensregung in Kunst und 
Wissenschaft, deren Morgenröthe im zwölften Jahrhundert 
schon den Weg anzeigt, der aus dem Mittelalter in die 
neuere Zeit hinüber führen sollte. 
Jene Motive stammen zum Theil eben daher, worin 
die Erneuerung der Kunst selbst eine Quelle hat, dem 
Studium der antiken Kunstdenkmäler. Denn wenn die- 
selben zu Vorbildern dienten allerdings einer eigenthümlich 
christlichen Kunstschöpfung; so machte doch ihre he- 
geisternde Beschauung auch geneigt zur Aufnahme antiker, 
das heisst zur Götter- und Heroengeschichte gehöriger 
Gegenstände in den Kreis der christlichen Kunst.  Aber 
auch aus dem Leben wurden sie genommen, durch eine 
grosse christliche Bewegung fortgepflanzt. In den Kreuz- 
zügen erschlossen sich die Geheimnisse des Orients: auch 
geheimnissvolle mythologische Gebilde des Alterthums, 
namentlich in Aegypten, boten den Blicken der Schaaren 
aus dem Abendlande sich dar. Zugleich ward die Lust 
am Abentheuerlichen dadurch genährt, so dass man be- 
reit wurde, auch die fabelhaften Wesen der Mythologie 
in die erregte Phantasie aufzunehmen. Das zeigt sich 
namentlich an den seltsamen Thierges-talten, so wie ins- 
besondere an den aus menschlicher und Thiergestalt zu- 
sammengesetzten dämonischen Wesen, die nun häufiger, 
Zur Verzierung der Kirchen bestimmt, ein Gegenstand 
der bildenden Kunst wurden,  wovon, was die letzteren 
betrifft, weiterhin (S. 38.) besonders die Rede sein soll. 
Anderestheils wurden neue Kunstideen geweckt durch 
das Studium der klassischen Literatur oder wenigstens 
durch das Interesse für Geschichte und Sage, für Leben
        

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