Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1024018
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fliessenden Strom fallen, sei sie nicht in den Fluss, wie 
sie gefürchtet, sondern auf die nahe Erde gefallen. Worauf 
sie aufgewacht, und schon wach, schon wieder zu sich 
gekommen, sei sie doch an allen Gliedern erstorben und 
noch zitternd gelegen.  Eben so ein Brausen grosser 
Gewässer, das Bewegen von Strömen, über welche der 
einsame Weg zur andern Heimath führet, erschreckte die 
Seele einer scheinbar sterbenden heidnischen Königstochter 
in Mexico, so wie die eines europäischen Christen 1). „Es 
scheint auch die jenseitige Welt zu dem Geist des Menschen 
noch in jener grossen Bildersprache zu reden, deren Werk 
und Ausdruck die ganze sichtbare Natur ist." 
Dadurch muss das Urtheil über die Aufnahme solcher 
Bilder in die Zeichensprache der altchristlichen Kunst sich 
bestimmen. 
Fortsetzung. 
Interessant ist zu sehen, wie diese Kunstvorstellungen 
seit dem eilften Jahrhundert, nachdem die Ideen schon 
früher verbreitet waren, festere Gestalt gewinnen. 
Dabei zeigt sich, jener ztviefachen Vorstellung des 
Alterthums entsprechend, der Unterschied, dass durch 
eine solche Meerfahrt theils der Weg zum seligen Leben 
im Geleit von Heiligen, theils der Weg zur Hölle unter 
Verfolgung von Dämonen abgebildet wird. 
1. Eine Vorstellung der ersteren Art zeigen die 
Basreliefs am Portal der Kirche Notre Dame von Semur 2), 
Zum Andenken Robert's I., Herzogs von Burgund seit 
L 
 Schubert Gesch. der Seele g. 2a. 2. Aun. s. 315. 330. 
2) Abgebild. bei Millin Voy. dans Ie midi de la France T. I. 
p. 193. Pl. XII; in grüsserem Maasstab bei De Laborde 
Monum. de la France T. II. Pl. CLXI. 
15a
        

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