Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1023984
224- 
Auf einem Sarkophag im Museum zu Leyden 1) mit 
Neutestamentlichen Scenen, unterhalb deren eine Inschrift 
den Namen des Papstes Marcellus anzeigt, sind oben 
im Fries an den beiden Ecken zwei blasende Tritonen 
angebracht. Auf einem Sarkophag zu Arles 2), auf welchem 
Christus und Scenen der Leidensgescbichte dargestellt sind 
zwischen Säulenstellungen, die abwechselnd durch Bögen 
und Giebel verbunden werden, erscheinen über den sechs 
Säulen theils Tauben, welche Früchte picken, theils, über 
den beiden Ecksänlen, blasende Tritonen. Dieselben sieht 
man ebenfalls über den zwei Ecksäulen,  und überdies 
über den beiden nächsten Säulen (statt der Tauben) je 
zwei Delphine zu beiden Seiten einer Muschel, auf einem 
andern Sarkophag in Arles 3) mit Reliefs von ähnlicher 
Anordnung, in deren Mitte Christus vorgestellt ist, auf 
einem Berge stehend, von welchem vier Ströme ent- 
springen. 
Was nun diese Delphine und Tritonen 4) betrifft; so 
ist gewiss zu weit hergeholt die Erklärung Millin's e), 
sie sollten andeuten, dass das Wort Gottes die Meere 
überschreitet, um von den fernsten Völkern aufgenommen 
zu werden. Allerdings ist die Erklärung erschwert, da 
sie nur einzeln vorkommen, die Delphine, ohne etwas zu 
tragen, die Tritonen, ohne die Gemeinschaft des Zuges. 
I) Oudendorp Brevis vet. monum. a Papenbroek. legat. descript. 
p. 31. n. 35. 
2) MiIlin Voy. dans le midi de la France T. III. p. 536 sq. 
PI. LXVII, 2. 
a) Millin I. c. p. 534. PI. LXIV, 4. 
4) Es kommen noch einigemal Tritonen auf christlichen Sarkophagen 
vor, aber in einer Bedeutung, weshalb sie nicht hierher ge- 
hören, sondern unten S. 53. zur Sprache kommen werden. 
5) A. a. O. p. 535.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.