Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021558
XXV 
in Anschauungen dargeboten Wird. Wenn das 
christliche Volk evangelischen Bekenntnisses kraft 
der Wohlthaten der Reformation auf das lautere 
Wort Gottes angewiesen ist; so hat es auch ein 
Recht, dass zu seiner Erbauung die heilige Ge- 
schichte in dem ganzen Umfang ihres Sinnes ihm 
ausgelegt und aus der heiligen Lehre mehr als 
abstracte Begriffe ihm vorgehalten werden. Denn 
zumal der h. Schrift ist der Charakter der An- 
schaulichkeit eigen, wodurch der Blick das Nächste 
streifend zu dem Fernsten übergeht und in einem 
Moment mit der Mannichfaltigkeit des Einzelnen ein 
Bild des Ganzen umfasst. S0 haben ja die Grundin- 
stitutionen beider Testamente vorbildlicheBedeutung, 
da das Alte Testament in das Neue und das Neue 
in die Kirche und das ewige Leben hinausweiset; 
und auch die Lehre in beiden Testamenten ist viel- 
fach in Sinnbildern überliefert. Hiernach hat die 
älteste christliche Kunst, indem sie von biblischen 
Motiven sich leiten liess, überwiegend symbolische 
Vorstellungen ausgeprägt, welche so vielsagend 
sind, dass sie den Weisen zu denken und den 
Einfältigen die Erkenntniss in's Herz geben, und 
doch so Wenig verrathen, dass die draussen Stehen- 
den davon unberührt bleiben. Und wenn der An- 
blick solcher Sinnbilder dem christlichen Volk lange 
entzogen war (Wie es in unserer Kirche geschehen 
ist), so regt sich ein Hunger darnach: dann ist es 
die schönste Aufgabe der sich erneuernden christ-
        

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