Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1023936
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Ein ähnliches Bild findet sich auch im Alten Testa- 
ment, jedoch in Bezug auf den Wandel der Gottlosen. 
„Wie ein Schilff heisst es im Buch der Weisheit (5, 10. 
 nwelches durch das wogende Wasser dahin fährt, 
von dessen Lauf man keine Spur findet; noch seines 
Kieles Bahn in den Fluthen,  also sind auch wir, nach- 
dem wir geboren worden, verschwunden und haben kein 
Zeichen unserer Tugend aufzuweisen, sondern sind mitten 
in unserer Bosheit dahin gerafft worden."  ln einem 
entgegengesetzten Sinn ist unter den Christen das Bild 
gebraucht, nachdem der Apostel Petrus (I. Br. 3, 21.) 
die Errettung in der Sündfluth zu einem Typus der Taufe 
genommen hatte. So galt nun die Arche Noah's für ein 
Bild der Kirche. Aber auch das Schiff überhaupt,  
und das stürmische Meer für ein Bild der Stürme und 
Strömungen dieser Zeitlichkeit, wie Augustinus 1) zu den 
Worten „und das Schiff war mitten auf dem Meer und 
litt Noth von den Wellenu (Matth. 14, 24.) erklärt. Dem- 
selben Kreise christlicher Symbolik gehört der Fisch an 2), 
obwohl er in mehrfacher Bedeutung genommen wurde: 
hauptsächlich aber als Sinnbild des Christen, nach dem 
Gleichniss des Herrn von dem Beruf seiner Jünger als 
Menschenfischer und mit Beziehung auf die Taufe. Und 
wie diese beiden zu den ältesten christlichen Symbolen 
gehören, so werden sie häufig auf altchristlichen Denk- 
malern gefunden. 
Hiernach beziehen sie sich auf das Leben diesseits 
des Grabes, das heisst vielmehr auf den Eintritt des ewigen 
Roms II, 2. S. 82. n. 676. Andere Beispiele bei Raoul- 
Rochette Deux. Mäm. sur les antiq. chrät. p. 49. sq. 
I) Augustin. Serm. LXXV. Opp. T. V. p. 288. ed. Bened. 
2) S. meine Ausg. des Clement. Hymnus p. 58. 57. Mehr davon 
im folgenden Bande.
        

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