Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1023912
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sich aber eine andere Verrnuthung mit Wahrscheinlichkeit 
dar. Wenn die Abbildungen es recht erkennen lassen, 
so hat die Figur zur Linken Flügel und zwar Schmetter- 
lingsflügel,  das ist also Psyche; demnach rechts die 
Figur mit der Fackel Amor, wenn ihm auch die Flügel 
fehlen, welches auch sonst nicht selten der Fall ist 1). 
Und die Darstellung von Amor und Psyche bezieht sich 
auf das unten knieende Ehepaar, hindeutend auf das Schick- 
sal der Seele und ihre Hoffnung im Tode. 
Also erscheint auf diesen beiden Denkmälern be- 
sonders deutlich eine förmliche Vermischung der Vor- 
Stellungen römischer und christlicher Kunst, während bei 
den übrigen in diesem Paragraph erwähnten Sarkophagen 
mit mythologischen Vorstellungen (mit Einer Ausnahme) 
nur untergeordnete Symbole, wie Pfauen, Schaafe, oder 
gar nur die Inschrift von ihrer christlichen Verwendung 
Zeugniss gaben. 
Von der letzteren Art dagegen ist ein Sarkophag 
aus dem Cömeterium S. Pietro e Marcellino (Torrepigna- 
tarra) 2), den die Inschrift Zacivzie cesque (das ist quiesce) 
in pace als christlich erweiset: an ihm sind auf der Säule, 
welche die Mitte der Fronte einnimmt, Amor und Psyche 
ausgehauen, die sich selig umschlungen halten. 
Endlich erinnere ich hier noch an die wiederholte 
Vorstellung von Amor und Psyche auf einem zwar antiken 
Sarkophag, der aber später die Gebeine der h. Agnes 
aufgenommen hat, in den auch ihr Bildniss eingesetzt ist 
(S. oben S.  
1) Gerhard Prodomus S. 72. 
2) Er ist dort aufgefunden im J. 1780 und zum erstenmal gestochen 
bei düägincourt Scult. IV, 3. Die Gruppe des Amor und der 
Psyche in grösserem Maassstahe ehendas. fig. 5.
        

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