Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1023885
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Lünette sieht man Christus sitzend, mit einer Rolle in 
der Linken, umgehen von acht Personen, die auf seine 
Lehre aufmerksam sind. Darüber in dem Bogen, so wie 
ausserhalb desselben sind Weinstöcke mit arabeskenartigen 
Windungen: in denselben sitzen eilf Tauben (ein zwölfter 
Vogel links am Stamme des Weinstocks sieht nicht wie 
eine Taube aus) und eilf nackte Knaben, welche Wein- 
trauben einsammeln (sechs Knaben und sechs Tauben 
innerhalb des Bogens, fünf Knaben und fünf Tauben ausser- 
halb desselben). Diese Zahl eilf, so wie die Art wie die 
Genien den Tauben entsprechen, da auch sonst durch 
Tauben, gleichwie durch Lämmer, die Apostel vorgestellt 
werden, macht es wahrscheinlich, dass unter diesem Bilde 
die Jünger verstanden sind, welche den Lebenssaft, der 
in dem Weinstock, das heisst der Kirche, entspringt, ein- 
fassen, um ihn der Gemeinde in Lehre und Sakrament 
zu spenden. 
2. Nicht minder, wie die bacchischen, waren Scenen 
aus der Fabel des Eros und der Psyche, Welche aus 
orphischen Mysterien hervorgegangen zu sein scheint, auf 
den heidnischen Sarkophagen beliebt,  mit Recht, da 
dieselbe Bilder aus der Geschichte der Seele im Leben 
und im Tode vorführt, und zwar von einer tieferen, 
ahnungsvollen Lebensansicht aus 1). Die Ideen aber, die 
hier zum Grunde liegen, von dem Wandel in diesem 
Leben als einem Thal des Todes, von der Prüfung und 
Läuterung der Psyche und zumal von der seligen Wieder- 
Vereinigung mit dem Eros in dem jenseitigen Leben em- 
pfahlen solche Bilder auch den Christen zur Aneignung 
auf ihren Grabmälern. 
Sinnb. 
wird erwähnt von Münter Sinnb. H.l 
Schrift: Jesus lehrend. 
Vergl. O. Müller Handb. dervArchäol. 
Auf- 
der 
unter
        

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