Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1023844
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Löwen, der einen Hirsch zerreisst. Die christliche Be- 
stimmung dieses Sarkophags wird bewiesen durch die 
Inschrift: Aur. Agapetilla, ancilla dez", quae dormit in 
pace: vixit annis XXI. menses III. dies IIII. Pater feciL, 
zwischen zwei betenden weiblichen Figuren. 
Eine solche Vorstellung auf einem christlichen Mo- 
nument ist allerdings nur als Ausnahme zu begreifen, 
woraus sich auf eine in der Kirche herrschende Ansicht 
über die Zulässigkeit derselben kein Schluss machen lässt. 
Vielmehr ist nicht zweifelhaft, was von denen, in welchen 
das Bewusstsein der Kirche lebendig war, darüber würde 
geurtheilt sein. Das lässt sich aus einer Geschichte ab- 
nehmen, die sich zu Laodicea um das Jahr 340 n. Chr. 
zugetragen hat 1). Der jüngere Apollinaris, später Bischof 
von Laodicea, damals Vorleser dieser Kirche, war mit 
seinem Vater, dem Presbyter Apollinaris bei dem Sophisten 
Epiphanius, seinem Lehrer, zugegen, als dieser einen 
Hymnus auf den Bacchus vortrug: weder sie, noch einer 
der Christen hatten sich entfernt, als Epiphanius zu An- 
fang herkömmlicherweise die Uneingeweihten (zodg einzuf- 
wvg xai ßeßrfioilg) aus der Thüre zu. gehen geheissen 
hatte. Als dies dem Bischof Theodotus von Laodicea zu 
Ohren kam, that er beide Apollinaris in den Bann: erst 
nachdem sie in Thränen und Fasten entsprechende Busse 
gethan, nahm er sie in die Kirehengemeinsehaft wieder 
auf. S0 streng ward es gerügt, einem Werke der Poesie 
oder Rhetorik zu Ehren des Baechus, wenn auch nur 
durch Anhören, Beistimmung gegeben zu haben. Und 
mehr n0cI1 will es sagen, ein Seulpturwerk der Art mit 
in's Grab zu nehmen. 
 Sie wird berichtet von Sozom. Hist. eccl. VI, 25. p. 
Reading. Vergl. Walch Ketzerhist. Th. III. S. 124. 
251.
        

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