Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1023816
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befindet, dürfte es kaum auf einen andern Ursprung sich 
zurückführen lassen. 
Hiernach steht es so, dass entweder beide Gemälde 
heidnisch, oder beide christlich sind. Das Hauptmotiv, 
sie für christlich zu halten, giebt der Ort, wo sie ge- 
funden sind,  ein christliches Cömeterium. Doch scheint 
diese Stätte (nach der Angabe Bottarfs p. 110) von den 
christlichen Grabstätten in den Katakomben des Callistus 
sich 
getrennt zu sein. Und überhaupt fragt es sich, 0b nicht 
auch von den Heiden diese Katakomben benutzt sind. S0 
manche heidnische Denkmäler, die dort gefunden worden, 
führen wohl darauf, dies zu bejahen;  und gerade diese 
drei Gemälde, die doch am wahrscheinlichsten für heid- 
nisch gehalten werden 1), sind in dieser Frage von be- 
sonderem Gewicht. 
Jedenfalls sind sie von entschiedener Wichtigkeit, 
indem entweder dieses Zeugniss von ihnen angenommen 
wird, sofern sie für heidnisch erkannt werden, oder wenn 
sie für christlich gelten, indem sie von dem Eindringen 
heidnischer Kunstvorstellungen in die Kirche ein auf- 
fallendes Zeugniss ablegen. 
Bacchisclnc 
Scenen. 
Amor 
und Psyche. 
Dagegen keinem Zweifel unterworfen ist die Auf- 
nahme folgender Kuustvorstellungen. 
i. Erstens bacchischer Scenen. Auf heidnischen Sar- 
kophagexi werden diese vorzugsweise wahrgenommen: 
nicht nur nach der äusserlichen Beziehung, weil sie zum 
Theil aus Keltergefässen hervorgegangen sind; sondern 
I) Wie von den letzten beiden aus dem Cümeterium des Cullistus 
auch Bellermanrl annimmt, Ueber die ältesten christl. Be- 
gräbnissstiitten und bes. die Katakomben zu Neapel S. 38. A. 3.
        

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