Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1023652
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Projecta eine Christin gewesen 1),  wohin auch das 
Monogramm Christi ER (d"Aginc. l. c. fig. 24.) deutet, 
welches ebendaselbst später gefunden ist, und wie es häufig 
zu Anfang oder Ende christlicher Inschriften steht, wahr- 
scheinlich gedient hat, jene Inschrift zu heendigen. 
Hiemit scheinen nun aber die Reliefs dieses Kästchens 
in Widerspruch zu stehen.  
Das Belief der Vorderseite des Deckels stellt nehm- 
lich die Toilette der Venus marina dar, welcher ein Triton 
den Spiegel verhält; das der linken Seite eine Nereide 
auf den Wellen schwimmend und von einem Amor be- 
gleitet (diAginc. fig. i.   Desgleichen enthält ein 
eben dort gefundenes silbernes Becken, dessen Griff die 
Figur des Adonis ziert, auf seinem Grunde die Toilette 
der Venus: die Göttin sitzt in der Mitte einer Muschel 
und wird von zwei Liebesgöttern bedient, deren einer 
ihr den Spiegel verhält (d'Aginc. fig. 21.   Ferner 
eine becherförmige Vase von feiner Bronze mit Silber 
verziert hat den Bauch in Gestalt eines Kopfes, welcher 
für den einer laacchischen Nymphe gehalten wird.  End- 
lich eine silberne Büchse für wohlriechende Sachen, ur- 
sprünglich vermuthlich ein Kästchen, um Bücher zu be- 
wahren, ist mit den Musen geschmückt, von denen acht 
die Nischen des äusseren Umfangs der Büchse einnehmen, 
die neunte auf der Höhe des Deckels stand (d'Aginc. fig. 9. 
und dazu Clio und Melpomene in der Grösse des Origi- 
nals fig. 10). 
Dies alles, auch die Venus mit Zubehör möchte un- 
verfänglich scheinen, wenn es auf Toilettengeräth zu 
heutigem Gebrauch sich findet. Jedoch in einer Zeit, da 
I) Vergl. Visconti Oeuvres T. I. p. 215-217. und Raoul- 
Rochette in der Beo. derselben, Journal des Savants 1830. 
p. 627. 
        

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