Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1023618
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zustellen zwischen beiden Gatten, dessen Segen der Ehe 
ihre Weihe geben sollte. 
Mythologische Elemente konnten hier weniger leicht 
eindringen, bei der Art, wie die hochzeitlichen Mythen 
des heidnischen Alterthums von den ältern Kirchenlehrern 
gebrandmarkt wurden,  wie auch die ältere christliche 
Poesie ihnen keinen Eingang verstattet hat. Man hatte 
nicht einmal Gelegenheit dazu, da dieselbe vornehmlich 
in Hymnen so wie in der epischen Behandlung von 
biblischen und Märtyrergeschlchten sich zeigte: auch 
schmückte man gern die Gräber durch poetische In- 
schriften, wie selbst von Papst Damasus im letzten Dritt- 
theil des vierten Jahrhunderts eine Anzahl Grabschriften 
verfasst sind; aber von Hochzeitsgcdichten findet sich 
kaum eine Spur. 
Allerdings ist aus etwas späterer Zeit ein Hochzeits- 
gedicht mit rein mythologischem Inhalt zu bemerken, 
welches auf die Vermählung eines christlichen Königs- 
paares von einem der ausgezeichnetsten Dichter des christ- 
lichen Alterthums verfasst ist. Das istVenantius Fortunatus, 
der sonst seine Poesie von der Einmischung heidnischer 
Vorstellungen im Ganzen sehr rein erhält 1). In dem 
Gedicht aber auf die Hochzeit des Siegbert, Königs von 
1) Sonst. finde ich in seinen zahlreichen Gedichten 
mythologische Reminiscenzen, Opp. P. I. Lib. IV. 
ed. Luchi: 
nur folgende 
c. 28. p. 152. 
Minerva fuit, victa decore Venus; 
Lih. Vl. c. 3. p. 192: 
cujus rapta semel sumpsit Victoria pennas, 
 et tua vulgando prnspern fach; volnt. 
Ferner kommt vor die Erato und der fons Camoenalis Lib. Vl. 
c. 12. p. 218. 220; ein Vergleich mit Orpheus Lib. VII. c. 1. 
p. 222; für Gott der Name Tonans, Lib. IV. c. 14. p. 136. und 
öfter.  S. auch unten S. 26.
        

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