Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1023369
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und der neuen Kunst. Ein so bewusstes Eingehen in 
Gedanken und Kunstvorstellungen des heidnischen Aller- 
thums ist jener, gerade wegen der näheren Berührung, 
in welcher sie mit demselben stand, fremd: auch würde 
die Kirche dergleichen heidnische Interessen nicht anders 
denn als Verleugnung des Glaubens von sich ausgestossen 
haben. Die Beproduction antiker Kunstvorstellungen kann 
freilich auch ohne Interesse an dem Inhalt, rein als künst- 
lerische Aufgabe behandelt werden. Diese Art Objectivität 
ist allerdings der modernen Zeit eigen, die sich darin 
ihrer Vielseitigkeit rühmen mag; es frag-t sich aber, oh 
nicht auch etwas von Herzlosigkeit darin liegt. Jedenfalls 
ist eine solche Objectivität der Kunst des christlichen 
Alterthums nicht minder fremd,  welche damals natur- 
gemäss aus dem Leben hervorwuchs und in ihren Aufgaben 
auf einen kleinen nur allmälig sich erweiternden Kreis 
sich heschränkend von dem christlichen Bewusstsein eben 
so festgehalten, als auf ihrem grossen Wege vorwärts 
getrieben wurde. 
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Durch die Uoberlieferungen heidnischer Zeit und die 
Macht der Gewohnheit ward jener Kreis allerdings durch- 
brochen. Die Denkmäler christlicher Zeit, auf denen 
mythologische Motive in einem ihrer ursprünglichen Be- 
deutung verwandten Sinn sich fortpflanzen, sind, wie 
gesagt, vornehmlich Münzen und Grahmonumente; aber 
auch hochzeitliches Geräth mit solcher Ausschmückung 
ist aus dem christlichen Alterthum uns erhalten. 
Etwas anderes ist es, wenn anstatt dieser bedeutungs- 
vollen Benutzung mythologischer Vorstellungen solche
        

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