Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1023332
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manche mythogische Vorstellungen durch täglichen Ge- 
brauch so abgeschliffen waren, dass sie das heidnische 
Gepräge verloren hatten: man gedachte des heidnischen 
Ursprungs nicht mehr. S0 wurden auch heidnische Aus- 
drücke, die im gemeinen Leben im Umlauf waren, wohl 
von Christen gedankenlos in den Mund genommen. Zum 
Beispiel die Betheurung beim Hercules (ms Ilercule, me 
Dius Fidius), welche, wie Tertullian 1) bemerkt, ge- 
braucht wurde aus Gewohnheit, wozu die Unwissenheit 
mancher komme, die nicht wussten, dass es ein Schwur 
beim Hercules ist. Aber auch im öifentlichen Leben, 
Zumal in T itulaturen, erhielten sich heidnische Prädikate, 
So wurden noch die ersten christlichen Kaiser nach ihrem 
Tode elieus, das heisst eigentlich unter die Götter auf- 
genommen, hier so viel als hochselig genannt 2): eben 
S0 ist der Titel aeternus, aeteroiitas, ebenfalls ein Prädikat 
der Göttlichkeit, von ihnen angeeignet 3). Und mit diesem 
 Tertullian. De idolailatr. c. 20. 
2) Mit der Umschrift zliuu Constznztino sind Erzmiinzen C0nstantin's 
nach dessen Tode geprägt, die auf der Rückseite unter anderem 
das lllouegraium Christi oder ein Kreuz enthalten, s. Band nri 
Numism. imp. Rom. T. II. p. 267 sq. vergl. bes. p. 267. not. 3. 
p. 282 not. 1. Ferner die Zeitbestimmung divo Jknsiuno 
Augusts et "Varroniuno coss., da Jovian gleich in der ersten 
Zeit des Consulats, am 18. Febr. 364 starb, findet sich sowohl 
in späteren Gesetzen dieses "Jahres, s. Reland Fast. eonsular. 
p. 403. 406., als auch in einer christlichen Grahschrift, die aus 
dem Cünieterium des Gordianus und Epimaehus ausgegraben ist 
und jetzt im Capitolin. Museum aufbewahrt wird, s. Boldetti 
Osservaz. p. 84. Blanc hini Anastas. ed. Rom. T. II. p.LXVIII. 
Maffei Mus. Verou. p. 252. Guasco Mus. Capit. Inseript. 
T. III. p. 14-1. n. 1235. 
a) T1611 aiwuizou Aziymidrwv von Valentinian, VßleIlS 11ml Gratian, 
in einer Inschrift aus Isaurien bei Boeck h et Franz. Corp. 
lnscr. Gr. n. 4430. T-. III. p. 20a. 1m "Fwvivv; Aziyozßcrrou; 
um das J. 391 in einer Inschrift zu Side in Pamphylien, lbid.
        

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