Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1023262
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seine Tochter den König Christus sollte gebären. Cyrus 
erlösete die Juden aus der babylonischen Gefangenschaft, 
Christus erlösete uns aus der diabolischen Gefangenschaft. 
Die Tochter also des Königs Astrigcs bedeutet die Maria, 
welche der Welt den wahren Weinstock gebracht hat.  
Sodann zu der Darstellung der Opferung Maria (Kap. V. 
fig. i.) sind als Typen ausser der Opferung der Tochter 
Jephthais zwei Scenen aus der Profangescbichte gewählt. 
Die eine (fig. 2.) hat die Aufschrift: der Tisch der Sonne 
in dem Sand wird getragen in den Tevnpel der Sonne 1). 
Dabei sind zwei Fischer vorgestellt, die das Netz, in 
welchem sie den goldenen Tisch aufgetischt hatten, in 
ihr Boot ziehen und oberhalb die Sonne als ein Gesicht 
mit Strahlen. Statt dessen sieht man in dem Bilde der 
lateinischen Ausgabe das Innere des Tempels, den Altar, 
auf welchem eine Figur steht, die in der einen Hand 
eine Fahne, in der andern die Sonne als einen Kopf hält, 
daneben einen Priester und vor dem Altar zwei Männer 
beschäftigt, den goldenen Tisch emporzuheben. Dies wird 
so gedeutet. Es waren Fischer, die warfen ihr Garn in 
das Meer und zogen durch einen wunderbaren Zufall einen 
Tisch heraus, der war lauter Gold und wunderschön. Und 
war dabei am Gestade des Meeres ein Tempel gebaut zu 
Ehren der Sonne. Dahin ward der Tisch gebracht und 
der Sonne geweiht, als einem Gott, den sie anbeten. 
Durch diesen Tisch nun wird Maria bedeutet, welche der 
wahren Sonne, dem höchsten Gott geweiht ist, die auch 
rein war wie Gold, und durch welche, da sie den Sohn 
Die Geschichte von dem aufgefischten goldenen Tisch in der 
Gegend von Milet wird von Valer. Max. Lib. IV. c. 1. Extern. 
S. 7. und sonst öfters im Alterthum erzählt; aber vom Tempel 
der Sonne ist nicht die Rede. Vielmehr heisst es da, dass er 
an den Thales geschenkt, weiter zu jedem der sieben Weisen 
übergegangen und zuletzt an den Apollo gekommen sei.
        

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