Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1023152
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vivo Giove und eterno Giove angerufen und bezeichnet. 
 Dante 1) aber redet Christus an: o summo Giove,  
0 höchster Zeus, 
der du für uns gekreuzigt wardst auf Erden; 
wie er auch umgekehrt die Lästerung gegen den Jupiter 
von Kapanetis, einem der sieben Anführer gegen Theben, 
als eine Ltisterung des wahren Gottes auffasst 2). 
Nicht so bald jedoch, als von dem Namen, hat man 
von den Zügen Jupiter's Gebrauch gemacht. Die zeich- 
nenden Künste hielten noch langer das altkirchliche 
Christusideal nach dem Mosaikentyptls fest, namentlich 
noch im funfzehnten Jahrhundert Hans Memling u. A.  
Michelangelo zuerst stellte i_n dem Bilde des Heilandes 
in seinem jüngsten Gericht (vollendet 1541), von dem 
bisherigen Typus der christlichen Kunst (abweichend, die 
Züge des Jupiter dar. Insbesondere ist ein Jahrhundert 
später dem Nicolas Poussin bei einem für das Noviziat 
der Jesuiten in Paris ausgeführten Altarblatt (vom J. 1641), 
jetzt im Louvre, zum Vorwurf gemacht, dass sein Christus 
mehr einem Jupiter dem Donnerer, als einem Gott der 
Barmherzigkeit gleiche. Worauf er aber erklärte 3): „er 
könne und dürfe sich niemals Christus vorstellen, in 
Welcher Handlung es auch sei, mit dem Gesicht eines 
Kopfhängers oder eines Pater Weichling,  da es sogar 
schwer gewesen, als er auf Erden unter den Menschen 
lebte, ihm in's Angesicht zu schauen." 
1] Dante Purgat. VI, 118. 
2) Dante Infern. XIV, '70. vergl. XXV, 14. 15. S. auch unten 
S. 33. 
a) Gault de Saint Gernlain Vie de Nie. Poussin. Pur. 1806. 
Descr. des tableaux (P1. XX.) p. 30. Die Worte P0ussin's in 
einem Brief an de Noyers vom J. 1642, s. Collection de lettres 
de Nic. Poussin. Par. 1824. 8. p. 95.
        

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