Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1023138
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Vorstellungen nicht nur nach den äusseren Umrissen (wie 
es vorhin S. 12. zur Sprache gekommen ist), sondern 
auch mit Rücksicht auf den innern Gehalt als Typen für 
christliche Gegenstände zu benutzen,  ist in jener Zeit 
um so bemerkenswerther, da dieser Parallelismus heid- 
nischer und christlicher Motive nicht, wie in der ersten 
Periode, durch das noch lebendige Heidenthum aufgedrängt 
wurde. Es lging auch nicht zunächst aus der Betrachtung 
antiker Bildwerke hervor, sondern es war eine in der 
Literatur gegebene Richtung, welche auf die Kunstver- 
stellungen einwirkte. 
Wobei es eigenthümlich ist, dass zu den früher vor- 
gekommenen Typen von Göttern und Heroen hier nun 
auch Personen und Ereignisse der Profangeschichte mit 
Gegenständen der heiligen Geschichte in Parallele gestellt 
werden. 
Jupiter. 
Seit das Interesse für die klassische Literatur und 
das Studium der Antike wiedererwachte, während man 
von dem Götzendienst nichts mehr glaubte besorgen zu 
dürfen, hat man weniger, als früher (s. oben S. 15.) 
Bedenken gehabt, die Idee des Jupiter einer entsprechen- 
den christlichen Vorstellung zum Grunde zu legen oder 
doch den Namen desselben ihr zu leihen. 
Zumal in der Poesie. Dies zeigt sich schon im zwölften 
Jahrhundert bei dem Alanus ab lnsulis, dessen Anti- 
Claudianus, ein encyclopädisches Gedicht (von dem im 
folgenden Abschnitt S. 32. näher die Rede sein wird), 
nicht allein in der Sprache vielfach antik gefärbt, sondern 
auch in den Gedanken von mythologischen Vorstellungen 
durchzogen ist. Beiden Gebieten gehört die Art und 
Weise an, wie Gott daselhst bezeichnet wird. Er heisst
        

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