Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1023125
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Rechts von dem Labyrinth ist ein Meer vorgestellt, in 
welchem ein Fisch schwimmt. 
Es fragt sich, in welche Zeit dieses Mosaik zu setzen 
ist. Rumohr 1) hält es für ein Werk des christlichen 
Alterthums, indem er bemerkt, dieses Gleichstellen my- 
thischer und christlicher Charaktere, Ereignisse und Sinn- 
bilder entspreche vorzüglich der älteren Epoche christlich- 
künstlerischer Darstellungen, während er auch der Kirche 
selbst ein hohes Alter zuschreibt, dass sie vielleicht schon 
dem Palast der Gothenkönige zur Kapelle gedient habe. 
Neuerdings jedoch ist die Meinung von dem hohen Alter 
dieser Kirche beseitigt durch Cordero 2), der durch eine 
überzeugende Kritik zu dem Resultat gelangt, dass die- 
selbe erst gegen Ende des eilften Jahrhunderts von Grund 
aus in der Weise, wie man sie gegenwärtig sieht, erbaut 
ist. Wenn man also nicht annehmen will, dass jenes 
Mosaik als ein aus früherer Zeit gerettetes Denkmal in 
der neu erbauten Kirche eine Stelle gefunden (wogegen 
jedoch das furchtbare Brandunglück der Kirchen von Pavia 
vom J. 924 und 1004 in Betracht kommt);  so wird es 
damals verfertigt sein , um dieselbe Zeit, welcher auch die 
Mosaiken der Tribune von S. Clemente in Rom angehören. 
Denn die Berücksichtigung mythologischer Motive und 
ihr typischer Gebrauch ist auch dem späteren Mittelalter 
nicht fremd.  
Sei 
11 er 
Wiederherstellung 
Kunst 
Das Interesse, welches 
Wiederherstellung der Kunst 
in dem Zeitalter seit der 
sich verbreitet, heidnische 
 Rumohr Italien. Forsch. I. S. 192.  
2) Seine Untersuchung im Auszuge bei Kugler Museum, Bl. f. bild. 
Kunst, 1834. N0. 6-7. Vergl. Tüb. Kunstbl. 1844. S. 210. A. 1.
        

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