Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1023118
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gefunden ist 1), sodann das Salzhurger Mosaik, endlich 
zwei Mosaikfussboden der Schweiz, von denen der eine 
in der Nähe von Avenches ausgegraben und in's Lyceum 
von Freiburg gebracht, der andere im J. 1845 bei Orbe 
entdeckt. ist 2).  
Hieran schliesst sich als ein Werk christlicher Kunst 
ein merkwürdiges Mosaikbild in der Kirche San Mißchßle 
zu Pavia 3). Man sieht darin das Labyrinth und in dessen 
Mitte den Minotaurus in Gestalt eines Centauren,  eine 
auffallende Neuerung, da bei den Alten der Minotaurus 
nur als Mensch mit einem Stierkopf gebildet wurde 4). 
Er hält in der Linken ein Schwerdt, in der Rechten den 
Kopf eines Menschen, dessen Rumpf unter seinen Füssen 
liegt. Hinter ihm steht Theseus, im Begriff, dem Unge- 
heuer den Kopf zu spalten (es ist jedoch nicht deutlich, 
0b Theseus ein Schwerdt oder eine Keule in der Hand 
hat). Umher lieset man die Inschrift: 
Theseus intravit monstrumque biforme necavit. 
Am Eingang des Labyrinths ist auf der einen Seite ein 
Drache, auf der andern ein Flügelpferd abgebildet, Links 
von dem ganzen Bilde sieht man den David mit der 
Schleuder inKampf mit dem Goliath, der mit seinem 
Speer auf ihn lcssticht: rings um den Schild des Riesen 
steht die Inschrift: 
Sum ferus et fortis, cupiens dare vulnera mort-is; 
über dem David aber der Vers: 
Sternitur elatus, stat mitis. ad alta levatus. 
 Eine Abbildung dieses Mosaiks (welche Stephani nicht nachge- 
Wiesen hat) giebt Millin Voyage dans le midi de la France 
P1. XXXIV. 
z) Tüb. Kunstblatt 1845. N0. 92. S. 383. 
a) Abgeb. bei Ciampini Vet. Monim. P. II. p. 4. Tab. H. 
4) S. Stephani a. a. O. S. 59. 60. 80.
        

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