Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1023077
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Sarkophag vom Ende des zweiten Jahrhunderts im Museum 
zu Cöln 1) steht Hercules dem getödteten Kelos gegenüber 
mit Keule, und Apfel in den Händen.  Von einem Typus 
für die Darstellung des Jonas ist keine Spur. 
5. Endlich wie auf den Münzen heidnischer Kaiser 
das Bild des Hercules auf diese selbst bezogen wird, so 
könnte es dieselbe typische Bedeutung haben auch auf 
einer Silbermünze des Gratian 2)  383) mit der Auf- 
schrift VOTA PUBLICA: Hercules erscheint hier nackt, 
stehend, die Rechte hält er an den Mund, mit der Linken 
trägt er die erhobene Keule und die Löwenhaut.  Mit 
Recht wundert Eckhel sich, dass noch zu der Zeit, auf 
der Münze eines dem Heidenthum so feindlichen Kaisers 
eine solche Vorstellung Platz gefunden habe. 
Um in der Erklärung sicher zu gehen, wird man 
vergleichen müssen, in welchem Sinn das Bild des Her- 
cules sonst auf römischen Münzen vorkommt, wo es so 
häufig ist. Zuerst nun erscheint dasselbe auf auswärts 
geprägten Münzen Ner0's 3), um diesem als Herculcs zu 
schmeicheln. Dann aber enthält eine Münze des divus 
Trajanus von römischem Gepräge eine allegorische Vor- 
stellung, worin derselbe in der Gestalt des Hercules wegen 
seines Sieges über die Parther einen Triumphzug an- 
führt 4). Und auf einer Münze Hadrian's 5) ist die Geschichte 
I) Welcker Sarkophag im Museum zu Cöln, in den Jahrb. des 
Vereins der Altermhunxsfreunde im Bheinlande. H. VII. 1845. 
S. 115. Taf. III. IV. fig. 1.  
2) Ban dulri Numism. imp. Rom. T. II. p. 483. und not. 4. Eck hel 
Doctr. numm. T. VIII. p. 159. cf. p. 157. 
5) Eckhel Doctr. numm. T. VI. p. 278. 
4) Ihid. p. 442. 
5) lbid. p. 506. Zweifelhaft ist es, ob Hadrian auch l-Iercules 
Romanus genannt und ob er mit der Löwenhaut als Hercules 
vorgestellt ist, s. Eckhel l. c. p. 506. 509.
        

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