Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1023054
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werden können.  Alles dies fällt zusammen, nachdem 
erkannt ist, dass jene Bildwerke sammt dem ganzen Stuhl 
kein christliches, sondern ein heidnisches Denkmal sind, 
 welches, wie so viele andere Denkmäler des Alter- 
thums, zu kirchlichem Gebrauch verwendet worden, ohne 
dass man durch die darauf abgebildeten mythologischen 
Scencn sich beirren liess: eine Beziehung also ist darin 
gar nicht zu suchen (vergl. oben S.  
3. Was aber den Simson betrifft, so hat man frei- 
lich im christlichen Alterthum den Hercules mit dem- 
selben in Parallele gebracht. Jedoch ist nicht sowohl 
Hercules als Typus des Simson genommen, sondern man 
meinte damals, die Heiden hätten aus dem Simson den 
Hercules gemacht 1) , wie man überhaupt geneigt war, das 
Alte Testament zur Erklärung der Mythen und Sagen des 
Alterthums heranzuziehen.  Umgekehrt nun hätte die in der 
antiken Kunst häufig ausgeführte Vorstellung des Hercules, 
der den Löwen zerreisst, einen Typus geben können für 
dieselbe Scene aus dem Leben des Simson: diese ist aber 
in der altchristlichen Kunst niemals dargestellt worden. 
4. Desto häufiger ist die Darstellung des Jonas, wie 
er vom Wallfisch verschlungen und wieder ausgespieen 
wird, als ein Symbol der Auferstehung. Und ähnliche 
Ereignisse hat allerdings die Heroengeschichte, insbe- 
sondere die des Hercules aufzuweisen. Nach einer Er- 
Zählung des Hellanicus 2) begab es sich, dass Hercules, 
11m die Hesione zu befreien, die von ihrem Vater Laomedon 
einem Meerungcheucr zum Opfer ausgesetzt war, durch 
i 
I) Augustin. Civ. dei XVIII, 19. 
2) Hellanic. Fragm. 137. p. 161-163. ed. 2. Sturz.  S0 ist auch 
Jnsulz als Sieger über den Drachen vorgestellt auf dem Grunde 
einer zu Cäre gefundenen Schale, s. Welßlißr im Rhein. Mus. 
Jallrg. lll. 1335. S. 503 
9 Ä"
        

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