Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021450
XV 
bald nachfolgen soll. Von einer christlichen Mytho- 
logie zu reden ist nicht neu 1): der Name Wird 
aber gewöhnlich in einem etwas anderen Sinne ge- 
nommen, dem entsprechend, Wie in unseren Tagen 
der Versuch gemacht ist, die ganze evangelische 
Geschichte in Mythen umzusetzen. S0 hat sich in 
der That an das ächte Evangelium schon im cl1rist- 
lichen Alterthum eine mythenbildende Thätigkeit an- 
geschlossen, indem namentlich im Leben Jesu die 
Epoche zwischen Todund Auferstehung dramatisch 
ausgeschmückt wurde, Worauf im Lauf der Zeiten 
zahllose Fabeln (von denen freilich die Wenigsten 
das ideale Gepräge des Mythus haben) zu Gunsten 
der Heiligen erdichtet sind. In diesem Sinn haben 
Tzschirner, Augusti, Hagenbach, Baoul-Rochette 
jenen Namen gebraucht 1); auch ist von einem 
verehrten Meister kirchengeschichtlicher Forschung 
die Herausgabe einer solchen Mythologia christiana 
(1832) verheissenal. Das gilt also den einhei- 
mischen Mythen; ich habe es aber mit den aus- 
1) Tzschirner De claris eccles. vet. orator. Comment. VI. p. 6. 
sagt von der Rede des Eusebius von Alexandrien (s. unten 
S. 403.): versatur haec homilia in mythologia christialma. Vergl. 
Augusti Euseb. ElllßS. quae supers. p. 109 sq. 121. und da- 
gegen Thilo Ueber die Schriften des Euseb. v. Alex. und des 
Eusebius v. Emisa S. 80  s. auch S. 80  Hagen- 
bach Encyclop. u. Method. der theol. Wiss. S. 74. 1. Aufl. 
S. 248. Anm. Raoul-Bochette Discours sur les types imi- 
tatifsv qui const. Part du Christianisme, 1834. p. 62. 
2) Thilo Cod. apocr. N. T. V01. I. p. CXVII.
        

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