Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1022977
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Von andern altchristlichen Denkmälern, auf denen 
die Vorstellung des Orpheus sich findet, sind zuerst zwei 
noch unedirte marmorne Sarkophage in Rom zu nennen, 
 wenn anders dieselben christlich sind 1). Auf den 
bisher bekannt gemachten christlichen Sarkophagen kommt 
sie nicht vor. 
Ferner eine Lampe im Antikenkabinet zu Paris 2) 
und eine Gemme, ehemals im Museum Vettori 3), jetzt 
vermuthlich im christlichen Museum des Vatican;  des- 
gleichen drei Stoschische Gemmen, vermuthlich christlichen 
Ursprungs, ein Karneol und zwei antike Pasten im Mu- 
seum zu Berlin 4): auf der einen dieser Pasten (n. 157) 
erscheint Orpheus mit phrygischer Mütze neben einem 
Baum sitzend und zur Lyra singend, um ihn her ein Bär, 
ein Centaur, ein Löwe und andere Thiere. 
 Den Mosaiken der christlichen Kirchen aber ist das 
Bild fremd geblieben. Eben so wenig findet es sich in 
I) Weleker zu Philostr. Imag. p. 611. führt, ohne weitere Be- 
zeichnung, als mit der Note infelicis aevi, sowohl diese Sar- 
kophage als jene beiden Wandgemälde an. Er fügt hinzu 
(p. 612)., dass in dem einen dieser Reliefs dem Orpheus zuhören 
ausser zwei grossen Lorbeerbäumen zweimal zwei Schaafe und 
zwei junge Satyrn,  in dem andern ein Löwe, Wolf, Hirsch, 
Stier, Pferd und Rabe. 
2) Deren Baoul-Bochette gedenkt, Mem. sur les antiq. chret. 
I. p. 27. not. 2. III. p. 232. Die versprochene Abbildung ist 
dort aber nicht erschienen. 
a) Erwähnt von Mamachi Orig. et antiq. Christ. T. III. p. 81. 
not. 2.   
4) Beschrieben von Tölken Erkl. Verzeichn. der antiken vertieft 
gesehn. Steine der K.Preuss. Gemmensalnmlung. K1. IV. Abth.2., 
n. 157-159. S. 272. s. die Bemerkung zu n. 158.  Eine 
Abbildung jenes Karneols habe ich zu meiner AbhandL über 
einige Denkm. der K. Museen zu Berlin, flg. 4. der Steindruck- 
tafel, gegeben. 
        

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