Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1022959
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menschlicher Gestalt, nur mit Flügeln und von grauer 
Farbe. In derselben Handschrift nun ist ein Miniaturhild, 
in welchem ein Anhänger der heidnischen Religion den 
Kaiser Julian Aposlata auf eine Anzahl Götter aufmerksam 
macht, welche von den Christen verfolgt in einer Höhle 
sich verborgen hatten:  diese Götzen aber sind ganz 
wie der Teufel in dem andern Gemälde "gebildet   
der Heroenwelt. 
Aus 
Es war in der alten Kirche nicht ungewöhnlich 
zwischen Personen der heiligen Geschichte und Heroen 
eine Parallele zuziehen,  in Bezug theils auf deren 
Heldenthaten, wodurch sie das Land von verderblichen 
Einflüssen befreit, theils auf deren Einfluss und Unterricht, 
wodurch sie um Cultur und Gesittung des Volkes Ver- 
dienst erworben. Es sind dies namentlich Orpheus, Tripto- 
lemus, Hercules und Theseus. 
Von einigen dieser Parallelen hat auch die altchrist- 
liche Kunst Gebrauch gemacht. 
0rpheus. 
i. Vor Allen ist Orpheus als ein Typus Christi auf- 
genommen worden. Und zwar nach der Fabel, die zuerst 
bei Simonides und den Tragikern vorkommt, dass er 
durch seinen Gesang wilde Thiere, Vögel, selbst Bäume 
und Felsen angezogen habe. Eine Scene, die namentlich 
auf alexandrinischexi Münzen des Antonin und Marc Aurel 
sich dargestellt ündet 2). 
1) Waagen Kunstwerke und Künstler in Paris. S. 214. n. 39. 
2) Eine solche Münze Marc AurePs, auf welcher Orpheus erscheint 
die Leier spielend, umgeben von vielen Thieren, ist abgebildet 
bei Mionnet Descript. des Medaill. Suppl. T. IX. zu p. 24. lig. 3.
        

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