Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1022929
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nach dem Typus des Jupiter abzubilden; zweitens, dass 
ein solches Unternehmen von der Kirche gemissbilligt 
wurde, da man darin ein verstecktes Heidenthum sah. 
Das Bedenken ist desto weniger ohne Grund, so lange 
der heidnische Cultus neben dem christlichen herging,  
wo man jeglicher Vermischung vorzubeugen hatte.  
Wie sich aber zu einer andern Zeit hin und wieder 
die Meinung gestellt hat und was überhaupt von einer 
solchen Nachbildung zu halten ist, darauf werde ich weiter- 
hin bei den mythologischen Vorstellungen der späteren 
Zeit (5. 20.) zurückkommen. 
Die 
Götter 
als 
Dämonen. 
Während in den bisher bemerkten Fällen heidnische 
Typen für die Darstellung Christi ausnahmsweise ange- 
wendet sind, ist umgekehrt für die Darstellung heidnischer 
Götter die Anwendung eines christlichen Typus oder viel- 
mehr Antitypus zu bemerken, die aus einer herrschenden 
.Aufl'assung des christlichen Alterthums hervorgegangen ist. 
Die Christen, die aus dem Heidenthum übergetreten 
waren, gaben mit der Anbetung der alten Götter nicht 
sofort den Glauben an ihre Existenz auf. Es musste 
schwer werden, jene Wesen, unter deren Einfluss sie 
bisher ihr Leben gestellt hatten, deren Machterweisung 
sie wahrgenommen zu haben glaubten, für Nichts anzu- 
sehen. Und da das Christenthum wie ein Reich Gottes, 
so ein Reich des Bösen anerkennt, welchem vormals an- 
gehört zu haben diejenigen, welche in das erstere ein- 
traten, sich bewusst wurden (vergl. Apostelgeschßö,  
so lag es auch von dieser Seite nahe, die Götter für 
wirkliche aber böse Wesen zu halten,  für abtrünnige 
dem höchsten Gott feindliche Geister, welche die Menschen 
zur Ahgötterei verführten. Eine Spur davon zeigt sich
        

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