Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1022907
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auf sie berufen, öfters die Rede gewesen 1): doch ist 
sie nicht wieder zum Vorschein gekommen, man weiss 
nicht, wo sie geblieben. Eben so wenig weiss man, wo 
sie hergekommen: und dadurch gerade ist sie merkwürdig. 
Nehmlich der zuerst von ihr gesprochen, du Gange, halt 
die Gemme für heidnischen Ursprungs und beruft sich auf 
sie zum Beweise, dass auch von den Heiden das Mono- 
gramm (X) gebraucht und ihren Götterbilderxi beigesetzt 
sei. Dagegen machen Cuper und Botlari die Inschrift vivas 
in deo f(eliciter) als eine christliche geltend und bleiben 
bei der Auskunft stehen, dass die ursprünglich heidnische 
Gemme von einem Christen mit dem llionogramm und der 
Inschrift versehen sei.  Das ist allerdings das Wahr-- 
scheinlichste, wenngleich andererseits nicht nur es keines 
Beweises mehr bedarf, dass auch das Monogramm X im 
heidnischen Alterthum (auf Münzen und in Inschriften) 
gebraucht ist, sondern auch das vivas in deo feliciter für 
ein sicheres Kennzeichen des christlichen Ursprungs nicht 
gelten kann. Allein jedes dieser Zeichen hat die Ver- 
muthung für sich, christlich zu sein: denn vivas in deo 
ist ein häufiger Zuruf auf christlichen Denkmälern 2), auf 
denen auch das Monogramm X, das auf heidnischen Gem- 
men noch nicht nachgewiesen ist, unzähligemal vorkommt. 
Beide zusammen also bringen jene Wahrscheinlichkeit her- 
vor. Und es ist anzunehmen, dass diese Zeichen von 
 Du Cange Diss. de infer. aevi IIllllliSm. c. 24. hinter s. Glossar. 
med. et inf. Latin. T. III. p. 20 (in der Benedictiner Ausgabe 
von 1733 nicht wiederholt) und besonders abgedruckt Rom. 
1755. p. 45. Cuper Not. ad Lactant. De mort. persecut. ed. 
Paris. T. II. p. 501. Bottari Scult. e pitt. sagr.  p. 153. 
Passeri in Gori Thes. gemm. astrif. T. II. p. 17. T. III. p. 91. 
Morisani Inscript. Regin. p. 473. not. 13. 
2] S. bei Ficoroni Gemm. antiq. liter. P. 1. Tab. VII. fig. 20: 
Deusdedit, vivas in den, und dazu p. 55;  Vergl. unten S. 25.
        

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