Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1022894
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Anklage, dass die Christen keine Götterbilder hätten, 
bemerkt: wie die heidnischen Bildwerke verschieden  
einige geringer seien, andere vollkommener, z. B. die 
des Phidias und Polyklet; so seien auch unter den Christen 
Solche, die von dem allmächtigen Gott ein vollkommneres 
Bild machten, dass selbst der Olympische Zeus des Phidias 
nicht damit zu vergleichen sei,  das sei die Seele, 
welche Gott anschaut und ihm nachahmt, vor allen aber 
der, welcher nach dem Bilde Gottes gemacht ist, der 
eingeborene Sohn des Vaters. 
Dieses Bild des unsichtbaren Gottes aufzufassen, be- 
gnügte man sich in der altchristlichen Kunst. Am wenigsten 
wäre es zur Zeit des Origines ein kirchlicher Gedanke 
gewesen, Gott Vater in menschlicher Gestalt vorzustellen. 
Ueberhaupt ist dies in der Kunst des christlichen Alter- 
thums, so wie des früheren Mittelalters nicht gewöhnlich 
geworden. Und wenn derselbe zuweilen nach Anleitung 
Alttestamentlicher Theophanieen in menschlicher Gestalt 
gebildet ist, so erscheint er jugendlich nach dem Typus, 
den man dem Sohne Gottes gegeben hat 1).  
Aber das Bild Christi? Hat auf dieses, zumal nach 
der Veränderung, die bei der Darstellung in Mosaiken 
mit ihm vorgegangen ist, etwa das Jupiterideal Anwendung 
finden können? 
In dieser Hinsicht kommt eine seltsame Gemme in 
Betracht, auf der die Köpfe des Jupiter, des Apollo und 
der Diana (wie auf Delisehen Münzen) abgebildet sind 
mit dem Monogramm Christi über dem Kopf des Jupiter 
und der Inschrift: vivas in deo f (d. i. feliciter). Von 
dieser Gemme ist, seitdem zuerst du Cange (1573) Sißh 
Von den Bildem Gottes 
die Rede sein. 
wird 
im 
folgenden 
Bande 
ausführlich 
8x
        

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