Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1022889
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einen Seite ist das Bild des Jupiter, auf der andern Seite 
stehen ohne Bild die hebräischen Namen Gottes. Und 
zwar wird von einem auf Monotheismus gerichteten heid- 
nischen Standpunkt jenem Bilde der Alttestamentliche Name, 
 nicht umgekehrt von einem Alttestamentlichen oder 
christlichen Standpunkt diesem Namen das heidnische Bild 
gegeben sein. 
2. Wenn es also Berührungspunkte zwischen der 
heidnischen Vorstellung des Jupiter und der christlichen 
Gotteserkenntniss gab, jeder Vermischung jedoch von den 
Kirchenlehrern entgegengetreten wurde; so fragt es sich 
nun, wie die christliche Kunst in der Ausführung ihrer 
höchsten Aufgabe zu dem Jupiterideal der heidnischen 
Kunst sich verhalten hat? 
Es wird zuvörderst nicht ohne Interesse sein, über 
die vollendetste Darstellung des Jupiter im Alterthum zwei 
Urtheile von heidnischer und christlicher Seite zu ver- 
gleichen. Der Rhetor Die Chrysostomus 1) lässtden Phidias 
von seiner Statue des Olympischen Zeus sagen: nicht 
furchtbar, sondern als der Gott des Friedens und der 
Milde erscheine er, wie er schirmend auf das friedfertige 
und einträchtige Griechenland hinschaue; und so habe er 
ihn geschildert huldreich und majestätisch, in tmgetrübter 
Klarheit, als den Geber aller guten Gaben, den gemein- 
samen Vater, Helfer und Behüter der Menschen, so weit 
es dem Sterblichen vergönnt war, ihn zu denken und 
das göttliche und überschwengliche Wesen im Bilde dar- 
zustellen.  Origenes 2) dagegen, zur Würdigung der 
1) Dio Chrysost. Orat. XII. p. 215. d. ed. Emper. P. I. 12.248. 
Vergl. Grüneisen Ueber das Sittliche der bildenden Kunst bei 
den Griechen, in Iiigeds Zeitschr. für die hist. Theo]. III, 2. 
S. 63. f. 
ß) Origen. c. Cels. VIII, 17. p. 756. a.
        

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